
Beide sind intranasale Heptapeptide mit ultrakurzer Plasma-Halbwertszeit, doch sie verfolgen unterschiedliche Forschungsziele: Semax steht für Kognition und Neuroprotektion über BDNF/NGF, Selank für Anxiolyse und Stressmodulation über GABAerge und immunmodulatorische Signalwege.

Semax und Selank sind zwei am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften entwickelte Regulationspeptide. Beide werden in der Forschung intranasal eingesetzt, besitzen eine Plasma-Halbwertszeit im Minutenbereich und entfalten ihre biologische Wirkung weit über die Verweildauer im Blut hinaus. Trotz dieser strukturellen und pharmakokinetischen Nähe adressieren sie unterschiedliche Forschungsfelder:
Preis, Route, Halbwertszeit, Anwendungsfrequenz und der klinische Reifegrad sind in beiden Fällen nahezu identisch. Die Entscheidung wird daher fast vollständig vom Forschungsziel bestimmt, nicht von einer Überlegenheit eines Peptids gegenüber dem anderen.
ACTH(4-7)/ACTH(4-10) Melanocortin-Fragmentanalog (MEHFPGP), nicht-hormonell
Tuftsin-Analog (TKPR), um PGP zu TKPRPGP verlängert; immunmodulatorischer Ursprung
Kognition / Nootropikum + Neuroprotektion (zerebrale Ischämie, Schlaganfall)
Anxiolyse / Stress und Angst; Adjuvans bei Entzugszuständen
BDNF/TrkB- und NGF-Hochregulation; monoaminerge und Melanocortin-Fragment-Modulation
GABAerge (GABA-A-Untereinheiten) + serotonerge + immunmodulatorische Wirkung; potenziert Benzodiazepine

Semax ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro (MEHFPGP), abgeleitet vom Fragment ACTH(4-10) des adrenocorticotropen Hormons, jedoch ohne hormonelle ACTH-Aktivität. In präklinischen Untersuchungen reguliert Semax die Expression von Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) und dessen Rezeptor TrkB sowie von Nerve Growth Factor (NGF) im Hippocampus hoch 1. Diese neurotrophe Kaskade gilt als Grundlage der in der Forschung beobachteten nootropen und neuroprotektiven Effekte. Daneben moduliert Semax monoaminerge Systeme (dopaminerg, serotonerg) sowie den Melanocortin-/ACTH-Fragment-Pfad. Bemerkenswert ist, dass die biologische Wirkung die Plasmaverweildauer von nur wenigen Minuten deutlich überdauert, weil die nachgeschaltete Neurotrophin-Signalgebung anhält.
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro (TKPRPGP), ein um Pro-Gly-Pro stabilisiertes Analog des körpereigenen immunmodulatorischen Tetrapeptids Tuftsin. In Forschungsmodellen wirkt Selank über das GABAerge System (Modulation der Expression von GABA-A-Rezeptoruntereinheiten) und das ; zugleich beeinflusst es die Balance pro- und antiinflammatorischer Zytokine (Immunmodulation) sowie BDNF- und Monoaminsysteme . Ein charakteristischer Befund: Selank wie Diazepam, ohne die typischen sedierenden oder amnestischen Begleiteffekte . Wie bei Semax überdauert die biologische Wirkung die kurze Plasmaverweildauer.
Stellt man Semax und Selank unmittelbar gegenüber, fällt zunächst die Symmetrie auf: gleicher Entwicklungsort (Russische Akademie der Wissenschaften), gleiche Substanzklasse (intranasale Heptapeptide mit PGP-Stabilisierung), gleiche Pharmakokinetik (Plasma-Halbwertszeit im Minutenbereich, lang anhaltende Wirkung), gleiche Anwendungsfrequenz (täglich) und bei Bergdorf identischer Preis und identische Packungsstruktur. Auf der Wirkebene trennen sich die Wege jedoch klar: Semax ist ein neurotrophes, kognitions- und neuroprotektionsorientiertes Peptid, Selank ein neuromodulatorisch-immunologisches, anxiolytisch orientiertes Peptid. Wer kognitive oder neuroprotektive Endpunkte untersucht, findet die direkte mechanistische Rationale bei Semax; wer Angst, Stress oder Benzodiazepin-Interaktion untersucht, bei Selank.
Identisch in Herkunft, Route, Kinetik, Frequenz und Preis; orthogonal in Mechanismus und Indikation. Der Unterschied liegt nicht in der Qualität, sondern im Forschungsziel.
Semax gilt in der Forschungsliteratur als gut verträglich und ohne hormonelle ACTH-Wirkung. Die intranasale Route kann lokale Reizungen verursachen. Westliche Langzeit- und Sicherheitsdaten sind begrenzt.
Selank gilt in der Forschungsliteratur als gut verträglich, mit geringer Sedierung und ohne berichtetes Abhängigkeits- oder Entzugsprofil, was es gegenüber Benzodiazepinen günstig abhebt. Westliche Langzeitdaten sind begrenzt.
Semax adressiert über die BDNF/TrkB- und NGF-Hochregulation direkt die neurotrophen Pfade, die kognitiven Endpunkten zugrunde liegen [1](#ref-1).
Semax besitzt einen präklinischen Ischämie-Datensatz und eine in Russland registrierte klinische Anwendung beim akuten ischämischen Schlaganfall [2](#ref-2) [3](#ref-3).
Selank ist als Tuftsin-Analog gezielt auf GABAerge und serotonerge Anxiolyse ausgerichtet und zeigt in Stressmodellen eine konsistente Angstreduktion [5](#ref-5) [7](#ref-7).
Selank potenziert und verlängert die anxiolytische Wirkung von Diazepam ohne typische Sedierung oder Amnesie und ohne berichtetes Abhängigkeitsprofil [6](#ref-6).
Semax wird vor allem auf Kognition und Neuroprotektion untersucht und reguliert BDNF, TrkB und NGF hoch 1. Selank wird vor allem auf Anxiolyse und Stressmodulation untersucht und wirkt über GABAerge, serotonerge und immunmodulatorische Pfade 5. Strukturell und pharmakokinetisch sind sie ähnlich, in der Forschungsausrichtung jedoch komplementär.
Nein. Ihre Wirkmechanismen sind orthogonal: Semax ist neurotroph (BDNF/NGF) ausgerichtet, Selank neuromodulatorisch-immunologisch (GABA/Serotonin/Zytokine). Sie adressieren unterschiedliche Forschungsendpunkte und werden teils auch als Kombination betrachtet, sind aber keine direkten Substitute.
Beide stützen sich in diesem Set auf je drei verifizierte, PubMed-indexierte Quellen und auf eine in Russland registrierte klinische Anwendung. Keines verfügt über eine große westliche Phase-3-Studie. Die Evidenz ist daher überwiegend präklinisch und nach Indikation, nicht nach Reifegrad, zu unterscheiden.
Semax und Selank sind komplementär, nicht konkurrierend. Auf nahezu jeder strukturellen, pharmakokinetischen und kommerziellen Achse - Herkunft, intranasale Route, Halbwertszeit im Minutenbereich, tägliche Frequenz, klinischer Reifegrad und Preis - sind sie praktisch gleichwertig. Der eine entscheidende Unterschied ist das Forschungsziel: Semax adressiert über BDNF/NGF die Kognition und Neuroprotektion 1 2, Selank über GABAerge und immunmodulatorische Pfade die Anxiolyse und Stressmodulation 5 6. Daher gibt es keinen pauschalen Gesamtsieger: Wählen Sie Semax für kognitive und neuroprotektive Endpunkte, Selank für anxiolytische und stressbezogene Endpunkte; für kombinierte Fragestellungen werden beide auch gemeinsam untersucht.
Das Urteil ist kontextabhängig, weil sich die Peptide nicht in Qualität oder Reifegrad unterscheiden, sondern in der Indikation. Preis, Route, Halbwertszeit, Frequenz, Lagerung und klinischer Reifegrad sind im Wesentlichen identisch (alle 'tie' in der Vergleichsmatrix), während Indikation, Mechanismus und Risikoangle orthogonal sind. Ein erzwungener Einzelsieger wäre irreführend; die Wahl folgt ausschließlich dem untersuchten Endpunkt.
0,3 mg/Tag (Bereich 0,1 bis 1 mg)
0,25 mg/Tag (Bereich 0,15 bis 0,5 mg)
Intranasal (primäre Forschungsroute)
Intranasal (primäre Forschungsroute)
Täglich
Täglich
~Minuten (ca. 2 bis 3 Min.); Wirkung hält über BDNF/NGF-Kaskade an
~Minuten (intranasal); Wirkung hält über die Plasmaverweildauer hinaus an
Registrierte klinische Anwendung in Russland (Schlaganfall/Kognition); westliche Evidenz präklinisch
Registrierte klinische Anwendung in Russland (Angst); westliche Evidenz präklinisch/frühklinisch
Gut verträglich; mögliche lokale Nasenreizung; begrenzte westliche Langzeitdaten
Gut verträglich, geringe Sedierung, keine berichtete Abhängigkeit/Entzug (vorteilhaft gegenüber Benzodiazepinen)
Lyophilisiert, raumtemperaturstabil; rekonstituiert gekühlt bei 2 bis 8 Grad C
Lyophilisiert, lange Haltbarkeit; rekonstituiert gekühlt bei 2 bis 8 Grad C
3 verifizierte Quellen: 2 präklinisch (BDNF/TrkB, Ischämie) + 1 kontrollierte klinische Schlaganfallstudie (110 Patienten)
3 verifizierte Quellen: 1 in-vitro-Rezeptorbindungsstudie + 2 präklinisch (Diazepam-Kombination, Alkoholentzug)
10-mg-Vial: 1er 56,99 EUR, 2er 109,99 EUR, 3er 156,99 EUR
10-mg-Vial: 1er 56,99 EUR, 2er 109,99 EUR, 3er 156,99 EUR
Trotz ähnlicher Herkunft und Pharmakokinetik liegen die mechanistischen Schwerpunkte orthogonal zueinander: Semax ist neurotroph ausgerichtet (BDNF/NGF, kognitive und neuroprotektive Endpunkte), Selank neuromodulatorisch-immunologisch (GABA, Serotonin, Zytokine, anxiolytische Endpunkte). Sie sind daher in der Forschung keine direkten Substitute, sondern werden teils auch als Kombination (Stack) betrachtet.
Die Evidenz beider Peptide ist überwiegend präklinisch und auf russische klinische Anwendung gestützt. Für Semax dokumentieren die Quellen konsistent einen BDNF/TrkB-getriebenen neuroprotektiven Mechanismus 1 2 3. Für Selank belegen sie ein GABAerg-anxiolytisches Profil mit Benzodiazepin-Potenzierung und günstiger Verträglichkeit 5 6 7. Keines der Peptide verfügt in diesem Set über eine große westliche randomisiert-kontrollierte Studie der Phase 3.
Dieser Vergleich fasst ausschließlich präklinische und observationelle Forschungsbefunde zusammen und stellt keine medizinische Beratung, Dosierungsempfehlung oder Aufforderung zur Anwendung am Menschen dar. Weder Semax noch Selank ist von FDA oder EMA zugelassen; die hier genannten Dosierungen beziehen sich auf Forschungsprotokolle. Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
Da die Mechanismen orthogonal sind (BDNF/NGF bei Semax, GABA/Serotonin/Immun bei Selank), werden beide Peptide in der Forschung auch gemeinsam betrachtet; die Wahl hängt vom konkret untersuchten Endpunkt ab.
Beide besitzen eine Plasma-Halbwertszeit im Minutenbereich, doch ihre biologische Wirkung ist davon entkoppelt. Bei Semax hält die nachgeschaltete BDNF/NGF-Signalkaskade an 1; bei Selank überdauert die GABAerge und serotonerge Modulation die kurze Plasmaverweildauer. Die Wirkdauer ergibt sich aus den Folgesignalen, nicht aus der Verweildauer des Peptids selbst.
Beide werden in Standard-Forschungsprotokollen intranasal und täglich eingesetzt, in niedrigen Milligramm-Mikrodosen (Semax typischerweise 0,3 mg/Tag, Selank 0,25 mg/Tag in den hier referenzierten Daten). Diese Angaben beschreiben Forschungsprotokolle und sind keine Anwendungsempfehlung.
In der Forschungsliteratur wird Selank als nicht sedierend und ohne berichtetes Abhängigkeits- oder Entzugsprofil beschrieben, was es gegenüber Benzodiazepinen günstig abhebt; zugleich kann es deren Wirkung potenzieren 6. Westliche Langzeitdaten zur Sicherheit sind jedoch begrenzt.
Da die Mechanismen orthogonal sind, werden beide Peptide in der Forschung auch als Stack betrachtet, um neurotrophe und anxiolytische Effekte gemeinsam zu untersuchen. Belastbare westliche Daten zu einer Kombination liegen in diesem Quellenset nicht vor; das Interaktionsprofil, insbesondere Selanks Benzodiazepin-Potenzierung, ist dabei zu beachten.