CJC-1295 & Ipamorelin Blend Dosierung: GH-Freisetzung, Verhältnis und Timing
Dr. Sieglinde Klaus
Wissenschaftliche Redaktion · Bergdorf Bioscience

Inhaltsverzeichnis
- 01Warum wird die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung überhaupt kombiniert?
- 02Was macht CJC-1295 im GH-Freisetzung Peptid Stack?
- 03Wie steuert Ipamorelin den sauberen GH-Puls?
- 04Welches Verhältnis hat die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung typischerweise?
- 05Wie funktioniert das Ipamorelin CJC Timing?
- 06Warum ist endogenes GHRH für die Synergie notwendig?
- 07Wie unterscheidet sich der Blend von den Einzelsubstanzen?
- 08Was sagt das CJC-1295 Ipamorelin Protokoll zur Zubereitung?
- 09Welche Nebenwirkungen und Sicherheitsgrenzen sind dokumentiert?
- 10Für wen ist der Blend in der Forschung ein Modell und für wen nicht?
- 11Häufig gestellte Fragen
- Ist die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung durch Humanstudien belegt?
- Warum wird im Blend meist no-DAC statt DAC CJC-1295 genutzt?
- Warum wird das Timing auf den nüchternen Zustand vor dem Schlaf gelegt?
- Was ist der wichtigste Sicherheitsparameter?
- Ersetzt der Blend die Einzel-Leitfäden zu CJC-1295 und Ipamorelin?
Die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung beschreibt in der präklinischen Forschung die kombinierte Gabe zweier Wachstumshormon-Sekretagoga: eines langwirksamen GHRH-Analogons (CJC-1295) und eines selektiven Ghrelin-Rezeptor-Agonisten (Ipamorelin). Beide wirken über getrennte Rezeptorwege und erzeugen zusammen einen synergistischen, supra-additiven GH-Puls. Dieser Leitfaden ordnet Verhältnis, Timing und Datenlage ein und grenzt den Blend ausdrücklich von den beiden Einzelsubstanzen ab.
Warum wird die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung überhaupt kombiniert?
Der Kern des Blends ist die pharmakologische Synergie zweier unabhängiger Mechanismen. CJC-1295 ist ein GHRH-Analogon und hebt den basalen GH-Spiegel (Trough), während Ipamorelin als Ghrelin-Rezeptor-Mimetikum einen zusätzlichen, sauberen GH-Puls auslöst. Weil beide an unterschiedlichen Rezeptoren der Hypophyse ansetzen, addiert sich ihr Effekt nicht nur, sondern potenziert sich.
Diese Beobachtung stammt aus klassischen Studien zu GHRH plus GHRP. Bowers und Kollegen zeigten bereits 1990, dass die gemeinsame Gabe eines GH-releasing Peptids und von GHRH einen GH-Peak erzeugt, der weit über dem jeder Einzelsubstanz liegt, und dass dies über getrennte Mechanismen geschieht (Bowers et al., 1990). In der Forschung an adipösen Probanden führte die kombinierte Gabe von GHRH und GHRP-6 zu einer massiven GH-Ausschüttung mit einem mittleren Peak von 42,2 ng/ml (Cordido et al., 1993).
Die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung überträgt dieses Prinzip auf ein Paar mit besonders günstigem Profil: ein GHRH-Analogon mit verlängerter Wirkdauer und ein GHRP-Typ, der selektiv nur GH freisetzt. Genau diese Zwei-Wege-Logik unterscheidet den Blend von einer bloßen Dosiserhöhung einer einzelnen Substanz.
Physiologisch lässt sich die Potenzierung so verstehen: GHRH öffnet an den somatotropen Zellen der Hypophyse den cAMP-Signalweg, während das Ghrelin-Mimetikum über den GHS-Rezeptor einen zweiten, calcium-getriebenen Signalweg aktiviert. Weil zwei getrennte intrazelluläre Kaskaden gleichzeitig auf dieselbe Zelle einwirken, ist die freigesetzte GH-Menge größer als die Summe der Einzelreize. Zusätzlich unterdrückt das GHRP-Signal in der Forschung die hemmende Wirkung von Somatostatin, dem körpereigenen GH-Bremssignal. Diese doppelte Entkopplung, stärkerer Reiz plus geschwächte Bremse, ist der Grund, warum die kombinierte GH-Antwort in den zitierten Studien so deutlich über den Einzelwerten lag.
Was macht CJC-1295 im GH-Freisetzung Peptid Stack?
CJC-1295 liefert im GH-Freisetzung Peptid Stack die Basiskomponente: es hebt den durchgängigen GH-Spiegel an. In der zentralen Humanstudie von Teichman und Kollegen erzeugte eine einzelne subkutane Dosis einen dosisabhängigen GH-Anstieg um das 2- bis 10-Fache, der mindestens 6 Tage anhielt, sowie einen IGF-1-Anstieg um das 1,5- bis 3-Fache über 9 bis 11 Tage (Teichman et al., 2006). Die geschätzte Halbwertszeit dieser DAC-Variante (Drug Affinity Complex) lag bei 5,8 bis 8,1 Tagen; bei wiederholter Gabe blieb IGF-1 bis zu 28 Tage über dem Ausgangswert. Am besten vertragen wurde die Substanz in der Forschung bei 30 bis 60 µg/kg.
Wichtig für das Verständnis des Blends: Es existieren zwei Formen. Die DAC-Variante mit langer Halbwertszeit und das modifizierte GRF(1-29), oft "no-DAC CJC-1295" genannt, mit einer sehr kurzen Halbwertszeit von rund 30 Minuten. Welche Form eingesetzt wird, bestimmt die Dosierungsfrequenz vollständig: no-DAC folgt der pulsatilen Physiologie und wird typischerweise gemeinsam mit Ipamorelin appliziert, während DAC einen dauerhaft erhöhten Sockel schafft.
Diese Unterscheidung ist der häufigste Fehlerpunkt in populären Protokollen. Der konventionelle Blend basiert fast immer auf der no-DAC-Form, weil deren kurze Kinetik zur pulsartigen Wirkung von Ipamorelin passt.
Wie steuert Ipamorelin den sauberen GH-Puls?
Ipamorelin ist ein Pentapeptid mit der Sequenz Aib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2 und gilt als das erste selektive Wachstumshormon-Sekretagogum. In der grundlegenden Charakterisierung von Raun und Kollegen setzte es GH mit einer Potenz frei, die mit GHRP-6 vergleichbar ist, jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Ipamorelin erhöhte weder ACTH noch Cortisol und beeinflusste FSH, LH, Prolaktin und TSH nicht (Raun et al., 1998).
Diese Selektivität ist der eigentliche Grund, warum Ipamorelin in Blends gegenüber älteren GHRP-Typen wie GHRP-6 oder Hexarelin bevorzugt wird. Klassische GH-releasing Peptide lösen oft einen begleitenden Anstieg von Cortisol und Prolaktin aus sowie, im Fall von GHRP-6, ausgeprägten Hunger. Ipamorelin liefert den GH-Puls ohne diese hormonellen Nebenwege, was in der Forschung als "sauberer Puls" beschrieben wird.
Im Blend übernimmt Ipamorelin damit die Rolle des Auslösers: es erzeugt die scharfe GH-Spitze, während CJC-1295 den Untergrund anhebt, von dem aus diese Spitze startet. Die Kombination beider Effekte ist der pharmakologische Sinn des Stacks. Wichtig bleibt: Die Selektivitätsdaten stammen aus präklinischen und frühen klinischen Modellen und beschreiben keine therapeutische Anwendung, sondern das Rezeptorprofil der Substanz.
Ein weiterer Vorteil der Selektivität betrifft die Reproduzierbarkeit in Forschungsmodellen. Weil Ipamorelin die Nebenachsen Cortisol und Prolaktin nicht mit anstößt, lässt sich der GH-Effekt isolierter messen; Störvariablen wie ein cortisolbedingter Blutzuckeranstieg fallen weg. Die kurze Wirkdauer von Ipamorelin im Minutenbereich passt zudem zur Idee eines einzelnen, klar abgegrenzten Pulses statt einer verschmierten Dauerstimulation. In der Praxis ist es genau dieses Profil, das Ipamorelin zum Standardpartner von CJC-1295 in der no-DAC-Konfiguration gemacht hat.
Welches Verhältnis hat die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung typischerweise?
In der Forschungsliteratur zu GHRH-plus-GHRP-Kombinationen sowie in Praktiker- und Community-Protokollen wird für CJC-1295 (no-DAC) und Ipamorelin häufig ein ungefähres Massenverhältnis von etwa 1:1 berichtet. Es handelt sich dabei um eine in solchen Protokollen wiederkehrende Konvention, nicht um eine aus einer kontrollierten Studie abgeleitete Vorgabe: Keine kontrollierte Humanstudie hat dieses spezifische Verhältnis untersucht oder validiert.
Hier ist die wichtigste wissenschaftliche Ehrlichkeit dieses Leitfadens: Es existiert bis heute (Stand 2026) keine publizierte randomisierte kontrollierte Humanstudie zur spezifischen Kombination CJC-1295 plus Ipamorelin. Das populäre 1:1-Verhältnis leitet sich aus der Pharmakologie der Einzelkomponenten und aus den GHRH-plus-GHRP-Synergiestudien ab, nicht aus einem direkten Kopf-an-Kopf-Vergleich der beiden Peptide.
Die mechanistische Rationale für ein annähernd gleiches Verhältnis ist plausibel: beide Wege sollen etwa gleich stark angesprochen werden, damit sich der Basiseffekt von CJC-1295 und der Pulseffekt von Ipamorelin maximal überlagern. Dennoch bleibt das konkrete Milligramm-Verhältnis eine Extrapolation. Wer die zugrunde liegenden Einzelsubstanzen genauer verstehen will, findet die Details in unserem CJC-1295 Leitfaden und im Ipamorelin Leitfaden. Für die reine Rechenarbeit der Rekonstitution und Konzentration hilft der Peptidrechner.
Wie funktioniert das Ipamorelin CJC Timing?
Das Ipamorelin CJC Timing stützt sich auf ein zentrales Merkmal von CJC-1295: es bewahrt die natürliche pulsatile GH-Sekretion. Ionescu und Frohman zeigten, dass CJC-1295 den Trough-GH-Spiegel um etwa das 7,5-Fache und den mittleren 24-Stunden-GH-Wert um rund 46 Prozent anhob, ohne die Frequenz oder Amplitude der GH-Pulse zu verändern (Ionescu & Frohman, 2006). Anders als kontinuierlich zugeführtes rekombinantes GH, das die hypophysäre Pulsatilität unterdrückt, lässt CJC-1295 die körpereigenen Bursts intakt.
Daraus ergibt sich in der Literatur eine physiologische Beobachtung, keine Anwendungsanweisung: Weil GH beim Menschen überwiegend nachts und in Pulsen ausgeschüttet wird, beschreiben Studien einen Zusammenhang zwischen dem nüchternen Zustand vor dem Schlaf und einer stärker ausgeprägten GH-Pulsamplitude. Die zugrunde liegenden Arbeiten beschreiben, wann der körpereigene GH-Puls am stärksten ausfällt, nicht, wann eine Anwendung erfolgen sollte.
Auch die Beobachtung zur Nahrungsaufnahme ist rein deskriptiv. Erhöhte Blutzucker- und Insulinspiegel nach einer Mahlzeit dämpfen in Studien die GH-Antwort auf Sekretagoga, und ein Abstand von mehreren Stunden zur letzten kohlenhydratreichen Mahlzeit wird in der Forschungsliteratur wiederholt mit einer klareren GH-Antwort assoziiert. Zusammengenommen beschreiben diese Arbeiten ein nokturnales, nüchternes Pulsmuster der GH-Sekretion, kein Anwendungsprotokoll.
Für die no-DAC-Konfiguration folgt aus der rund 30-minütigen Halbwertszeit von CJC-1295 ein enger kinetischer Zusammenhang: In den in der Literatur beschriebenen Protokollen wirken beide Komponenten innerhalb desselben kurzen Fensters, damit der kurze GHRH-Ton und der Ipamorelin-Puls zeitlich zusammenfallen. Bei der DAC-Variante entfällt diese Kopplung, weil der GHRH-Sockel über Tage besteht; hier bestimmt allein die Ipamorelin-Kinetik den Puls. Diese Kinetik-Abhängigkeit erklärt, warum sich gängige Blend-Beschreibungen fast ausschließlich auf die no-DAC-Form beziehen: nur bei dieser Halbwertszeit lassen sich Basis- und Pulskomponente im Studienmodell in ein gemeinsames, an die Nachtphysiologie angelehntes Fenster einordnen.
Warum ist endogenes GHRH für die Synergie notwendig?
Ein oft übersehener Baustein der Blend-Logik ist die Abhängigkeit des GHRP-Effekts von endogenem GHRH. Pombo und Kollegen zeigten, dass die maximale GH-Antwort auf GHRP-6 endogenes hypothalamisches GHRH voraussetzt (Pombo et al., 1998). Ohne einen ausreichenden GHRH-Hintergrund fällt die Antwort eines Ghrelin-Mimetikums deutlich schwächer aus.
Genau hier schließt sich der Kreis des Blends. CJC-1295 als GHRH-Analogon liefert den GHRH-Ton, den Ipamorelin für seine volle Wirkung braucht. Die beiden Substanzen ergänzen sich damit nicht nur additiv, sondern eine schafft die Voraussetzung für die andere. Das ist die tiefere Begründung, warum ein GHRH-Analogon und ein GHRP-Typ zusammen mehr leisten als die rechnerische Summe.
Diese wechselseitige Abhängigkeit erklärt auch, warum die Potenzierung in den Synergiestudien so ausgeprägt ausfiel. Der GHRH-Anteil senkt die Hemmschwelle der somatotropen Zellen und macht sie empfänglicher für den Ghrelin-vermittelten Reiz. In der Sprache der Endokrinologie wirkt CJC-1295 permissiv auf die Ipamorelin-Antwort. Für das Verständnis des Stacks bedeutet das: die Reihenfolge und die gemeinsame Präsenz beider Signale ist mechanistisch relevant, nicht nur die Summe zweier Einzeldosen.
Wie unterscheidet sich der Blend von den Einzelsubstanzen?
Der Blend ist ausdrücklich ein eigenes Thema und nicht die Summe zweier Monographien. Die Einzelsubstanz CJC-1295 wird primär über ihr Trough-anhebendes, langwirksames Profil beschrieben; die Einzelsubstanz Ipamorelin über ihren selektiven, kurzen Puls. Der Blend hingegen wird über die kombinierte Kinetik definiert: ein angehobener Sockel plus eine scharfe Spitze, die aus diesem Sockel heraus startet.
Praktisch bedeutet das drei Unterschiede. Erstens die Kinetik: Im Blend wird meist die no-DAC-Form von CJC-1295 genutzt, damit deren kurze Halbwertszeit zur Pulslogik von Ipamorelin passt, während die Einzelsubstanz häufig als DAC-Variante mit tagelanger Wirkung betrachtet wird. Zweitens die Rationale: Der Blend zielt auf Synergie zweier Rezeptorwege, die Einzelsubstanz auf einen einzelnen Weg. Drittens die Datenlage: Für die Einzelsubstanzen existieren Humanstudien, für die spezifische Kombination nicht.
Wer die beiden Bausteine getrennt betrachten möchte, sollte die dedizierten Monographien lesen, um Kannibalisierung der Konzepte zu vermeiden: CJC-1295 Leitfaden und Ipamorelin Leitfaden. Für die Einordnung von CJC-1295 gegenüber einer völlig anderen Substanzklasse lohnt der Vergleich Retatrutid vs. CJC-1295, der die metabolischen und wachstumshormonellen Achsen gegenüberstellt.
Was sagt das CJC-1295 Ipamorelin Protokoll zur Zubereitung?
Ein CJC-1295 Ipamorelin Protokoll wird in der Forschungsliteratur über die Rekonstitution des lyophilisierten Pulvers beschrieben. Peptide dieser Klasse werden in Laborprotokollen üblicherweise mit bakteriostatischem Wasser gelöst, das Benzylalkohol als Konservierungsmittel enthält und eine längere Lagerung der gelösten Substanz ermöglicht. Fachliteratur zur Peptidhandhabung beschreibt dabei, dass ein direkter Wasserstrahl auf das Pulver Scherkräfte erzeugen kann, weshalb ein schonenderes Vorgehen entlang der Gefäßwand in Laborprotokollen häufig dokumentiert wird.
Zur Stabilität beschreibt die Literatur folgendes Bild: Lyophilisiertes Peptid gilt bei minus 20 Grad Celsius über Monate als stabil. Nach der Rekonstitution wird die Lösung in Studienprotokollen meist bei 2 bis 8 Grad Celsius gekühlt aufbewahrt und in der Forschungspraxis überwiegend innerhalb von etwa vier Wochen verwendet. Direkte Lichteinstrahlung sowie wiederholtes Einfrieren und Auftauen werden in der Literatur als Faktoren beschrieben, die die Peptidintegrität mindern.
Die Konzentrationsrechnung ist der häufigste Stolperstein. Wird beispielsweise ein 5-mg-Blend-Vial mit 2 ml bakteriostatischem Wasser rekonstituiert, ergibt sich eine Konzentration von 2500 µg/ml, sodass 0,1 ml der Lösung 250 µg enthalten. Diese Umrechnung von Vial-Größe, Wasservolumen und Zielmenge lässt sich fehlerfrei mit dem Peptidrechner durchführen. Der CJC-1295 + Ipamorelin Blend ist derzeit als Forschungssubstanz zu behandeln; dieser Abschnitt beschreibt ausschließlich Laborhandhabung, keine Anwendung am Menschen.
Welche Nebenwirkungen und Sicherheitsgrenzen sind dokumentiert?
Die Risiken einer anhaltenden GH- und IGF-1-Erhöhung spiegeln milde akromegalie-ähnliche Effekte wider. Dokumentiert sind in der Literatur Insulinresistenz und gestörte Glukosetoleranz, Flüssigkeitsretention mit Ödemen, Gelenkschmerzen sowie karpaltunnel-artige Parästhesien. Mechanistisch blockiert ein GH-Überschuss die Signalgebung am Insulinrezeptor und an IRS-1 und mobilisiert freie Fettsäuren; IGF-1 kann den GH-induzierten resistenten Zustand nicht überwinden (Kim & Park, 2003).
Entscheidend ist die Kontrollierbarkeit. In überwachten Studien mit dem GHRH-Analogon Tesamorelin blieb IGF-1 innerhalb des altersnormalen Bereichs, und die insulinstimulierte Glukoseaufnahme blieb erhalten (Stanley et al., 2011). Die Sicherheit hängt also daran, IGF-1 im physiologischen Fenster zu halten, nicht an unkontrolliertem Stacking. Dazu kommt eine theoretische Tumor-Wachstums-Sorge, die sich in den Warnhinweisen zugelassener GHRH-Analoga wie Tesamorelin niederschlägt, da IGF-1 ein Wachstumssignal für bestehende Zellpopulationen darstellt.
Für die Forschung ergeben sich drei Leitplanken: erstens die konsequente Framing als Forschungssubstanz ohne Anwendung am Menschen, zweitens die Bedeutung von IGF-1-Monitoring als zentraler Sicherheitsparameter in Studienmodellen, drittens die Vermeidung supraphysiologischer Dosierungen. Der Blend potenziert die GH-Antwort per Design; genau deshalb ist die Frage nach der oberen Grenze hier relevanter als bei einer schwächeren Einzelsubstanz.
Ein spezifischer Punkt der Kombination verdient Beachtung: Weil CJC-1295 und Ipamorelin an getrennten Wegen ansetzen und sich potenzieren, kann eine unkontrollierte Erhöhung beider Komponenten die IGF-1-Antwort überproportional treiben. Das Risiko liegt also nicht in einer einzelnen Substanz, sondern in der multiplikativen Natur des Stacks. In Studienmodellen wird deshalb empfohlen, IGF-1 gegen alterskorrigierte Referenzbereiche zu messen und nicht nach dem subjektiven Eindruck der GH-Wirkung zu dosieren. Flüssigkeitsretention und Gelenkbeschwerden treten in der Literatur typischerweise früh und dosisabhängig auf und gelten als klinische Früh-Signale einer zu hohen GH-Achsen-Aktivierung.
Für wen ist der Blend in der Forschung ein Modell und für wen nicht?
Als Forschungsmodell ist die CJC-1295 plus Ipamorelin Kombination vor allem für die Untersuchung der GHRH-plus-GHRP-Synergie interessant. Sie erlaubt es, in präklinischen Modellen zwei unabhängige Rezeptorwege gleichzeitig zu stimulieren und die resultierende Potenzierung der GH-Freisetzung zu messen. Damit dient der Blend als Werkzeug, um die pulsatile Physiologie der Somatotropen-Achse zu studieren, ohne die Pulsatilität zu unterdrücken, wie es exogenes rekombinantes GH tun würde.
Weniger geeignet ist der Blend als Modell dort, wo eine klar definierte, aus Humanstudien abgeleitete Dosis-Wirkungs-Kurve benötigt wird. Weil keine randomisierte Kombinationsstudie existiert, bleiben Verhältnis und Dosis Extrapolationen. Für Fragestellungen, die eine belastbare Human-Evidenzbasis erfordern, sind die einzeln untersuchten Substanzen die sauberere Referenz.
Auch für die Untersuchung einzelner Nebenachsen ist der Blend ungeeignet: Wer etwa die Cortisol- oder Prolaktin-Antwort eines Sekretagogums studieren will, greift besser zu einer Substanz mit bekanntem Nebenprofil, statt zwei Wirkungen zu überlagern. Der Mehrwert des Blends liegt ausschließlich dort, wo die Synergie selbst die Forschungsfrage ist, also bei der Messung der supra-additiven GH-Freisetzung, der Pulsverstärkung und der GHRH-Abhängigkeit der GHRP-Antwort. Für alle anderen Zwecke ist die Aufteilung in die beiden dokumentierten Einzelsubstanzen der methodisch sauberere Weg.
Der CJC-1295 + Ipamorelin Blend wird bei BergdorfBio als Forschungssubstanz geführt und ist ausschließlich für Laborzwecke bestimmt. Wer die Bausteine vertiefen will, sollte die verlinkten Einzelmonographien und den Vergleich zu anderen Substanzklassen heranziehen, um das Gesamtbild der Wachstumshormon-Sekretagoga einzuordnen. Die Entscheidung für den Blend gegenüber einer Einzelsubstanz ist letztlich eine Frage der Forschungsfrage: Synergie und Pulslogik auf der einen Seite, definierte Einzelkinetik auf der anderen.
Häufig gestellte Fragen
Ist die CJC-1295 Ipamorelin Blend Dosierung durch Humanstudien belegt?
Nein. Für die spezifische Kombination existiert bis 2026 keine publizierte randomisierte kontrollierte Humanstudie. Das gängige 1:1-Verhältnis leitet sich aus der Pharmakologie der Einzelsubstanzen und aus GHRH-plus-GHRP-Synergiestudien ab, nicht aus einem direkten Kombinationsvergleich.
Warum wird im Blend meist no-DAC statt DAC CJC-1295 genutzt?
Weil die no-DAC-Form (modifiziertes GRF(1-29)) eine kurze Halbwertszeit von rund 30 Minuten hat und damit zur pulsartigen Wirkung von Ipamorelin passt. Die DAC-Variante mit 5,8 bis 8,1 Tagen Halbwertszeit schafft dagegen einen dauerhaften Sockel und folgt einer anderen Frequenzlogik.
Warum wird das Timing auf den nüchternen Zustand vor dem Schlaf gelegt?
Weil Studien zeigen, dass GH beim Menschen überwiegend nachts und pulsatil ausgeschüttet wird und CJC-1295 diese natürliche Pulsatilität bewahrt. Erhöhte Insulin- und Glukosespiegel nach einer Mahlzeit dämpfen zudem in Studienmodellen die GH-Antwort. Das ist eine physiologische Beobachtung aus der Forschung, keine Anwendungsanweisung.
Was ist der wichtigste Sicherheitsparameter?
IGF-1. In kontrollierten Studien mit GHRH-Analoga blieb die Glukoseaufnahme erhalten, solange IGF-1 im altersnormalen Bereich lag. Anhaltend supraphysiologisches IGF-1 wird mit Insulinresistenz, Ödemen und einer theoretischen Tumor-Wachstums-Sorge in Verbindung gebracht.
Ersetzt der Blend die Einzel-Leitfäden zu CJC-1295 und Ipamorelin?
Nein. Dieser Leitfaden behandelt ausdrücklich die Ko-Administration, das Verhältnis und den kombinierten GH-Puls. Für die Kinetik, das Rezeptorprofil und die Datenlage der jeweiligen Einzelsubstanz sind der CJC-1295 Leitfaden und der Ipamorelin Leitfaden die passenden Referenzen.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Wissenschaftliche Redaktion: Dr. Sieglinde Klaus
Quellenangaben
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2108187/
- Cordido F, et al. Massive growth hormone (GH) discharge in obese subjects after the combined administration of GH-releasing hormone and GHRP-6: evidence for a marked somatotroph secretory capability in obesity. The Journal of clinical endocrinology and metabolism. 1993.PMID
- Raun K, et al. Ipamorelin, the first selective growth hormone secretagogue. European journal of endocrinology. 1998.PMID
- Pandya N, et al. Growth hormone (GH)-releasing peptide-6 requires endogenous hypothalamic GH-releasing hormone for maximal GH stimulation. The Journal of clinical endocrinology and metabolism. 1998.PMID
- Clemmons DR. Roles of insulin-like growth factor-I and growth hormone in mediating insulin resistance in acromegaly. Pituitary. 2002.PMID
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20943777/

