

Wissenschaftliches Verzeichnis
Substanzprofile mit Wirkmechanismus, Evidenzlage und Primärquellen. Ein Nachschlagewerk für die Forschung, kein Produktkatalog.
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Metabolisch
5A1MQ · 5-amino-1-methylquinolinium
5-Amino-1MQ, in der Literatur auch 5A1MQ geschrieben, ist ein niedermolekularer Hemmstoff der Nicotinamid-N-Methyltransferase, kurz NNMT. Die Methylchinolinium-Verbindung ist kein Peptid. Untersucht wurden Vorgänge im Fettzellstoffwechsel und in Mäusen mit ernährungsbedingt ausgelöster Adipositas. Diese Ergebnisse belegen weder wirksames Gewichtsmanagement noch klinische Sicherheit beim Menschen.
Kupferpeptid
Alanine-histidine-lysine copper complex
AHK-Cu ist der Kupfer(II)-Komplex des Tripeptids L-Alanyl-L-Histidyl-L-Lysin. Lieferanten verwenden dafür auch die Bezeichnung Copper Tripeptide-3, die keine analytische Identitätsbestätigung ersetzt. Die geprüfte Literatur ist schmal und konzentriert sich auf Pyo und Kollegen: eine Ex-vivo- und Zellstudie an menschlichen Haarfollikeln und dermalen Papillenzellen. Ergebnisse zum verwandten GHK-Cu gehören zu einer anderen Peptidsequenz.
Gewebereparatur
PL 14736 · PL-10 · Bepecin
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadecapeptid aus 15 Aminosäuren (CAS 137525-51-0, C62H98N16O22, rund 1 420 g/mol), dessen Sequenz aus einer Teilsequenz des im menschlichen Magensaft beschriebenen Body Protection Compound abgeleitet wurde. Die Literatur betrifft überwiegend präklinische Gewebereparatur und Schleimhautintegrität. Wenige unkontrollierte Humanberichte ergänzen diesen Forschungsstand, belegen aber keine allgemeine Wirksamkeit oder Sicherheit.
Amylin-Analogon
AM833
Cagrilintid (AM833) ist ein synthetisches, lipidiertes Analogon des Pankreashormons Amylin, das bei Novo Nordisk als langwirksamer Forschungskandidat zur Körpergewichtsregulation entwickelt wurde. Es wirkt an Amylin- und Calcitoninrezeptoren. Publizierte Phase-3a-Daten umfassen Monotherapie und die Kombination mit Semaglutid (CagriSema); deren Ergebnisse und regulatorische Fragen sind getrennt zu bewerten.
GHRH-Analog
CJC-1295 ohne DAC ist ein synthetisches Analogon des biologisch aktiven N-terminalen Fragments des humanen Wachstumshormon-Releasing-Hormons, GRF(1-29), mit vier Aminosäureaustauschen und einer Länge von 29 Aminosäuren. In der Literatur erscheint dieselbe Struktur auch als modifiziertes GRF(1-29); der Zusatz ohne DAC grenzt sie von der Variante mit Drug-Affinity-Complex ab, die über einen Linker kovalent an Serumalbumin bindet. Untersucht wird die Substanz im Kontext der GHRH-Rezeptor-Signalgebung und der Wachstumshormonachse.
Schlaf
Delta Sleep-Inducing Peptide · Emideltide
DSIP ist die Abkürzung für Delta Sleep-Inducing Peptide, ein Peptid aus neun Aminosäuren. Die ursprüngliche Charakterisierung stammt aus Experimenten zur elektrischen Hirnaktivität bei Kaninchen. Später wurde die Substanz in kleinen Humanstudien zur chronischen Insomnie untersucht. Trotz des Namens zeigen diese Arbeiten keinen konsistent belegten Nutzen für Schlafstörungen. Die Stoffbezeichnung Emideltide erscheint ebenfalls in behördlichen Unterlagen.
Langlebigkeit
Epitalon · AEDG-Peptid · Ala-Glu-Asp-Gly
Epithalon, auch Epitalon oder AEDG genannt, ist ein synthetisches Tetrapeptid aus der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly. Entwickelt wurde es von der Forschungsgruppe um V. Kh. Khavinson am St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie als synthetisches Gegenstück zu Epithalamin, einem aus Zirbeldrüsengewebe gewonnenen Peptidpräparat. In der Literatur erscheint es in der Alternsforschung, vor allem zu Telomerlänge und Telomeraseaktivität in Zellkulturen sowie zu Lebensspanne und Tumorentwicklung in Nagermodellen.
Kupferpeptid
Copper tripeptide-1 · Cu-GHK · Prezatide copper acetate
GHK-Cu ist der Kupfer(II)-Komplex von Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin (GHK), einem 1973 in menschlichem Serum beschriebenen Tripeptid. Es erscheint in Zell- und Tierstudien zu Haut, Wundremodellierung und extrazellulärer Matrix sowie in begrenzten Humanarbeiten zu topischen Hautpflegeregimen. Diese unterschiedlichen Studienformen belegen keine allgemeine Wirkung bei systemischer oder injizierbarer Anwendung.
GHRP
NNC 26-0161
Ipamorelin (NNC 26-0161) ist ein synthetisches Pentapeptid aus der Klasse der Wachstumshormon-Sekretagoga, das in den 1990er Jahren bei Novo Nordisk entwickelt wurde. Es wirkt als Agonist am Ghrelin-Rezeptor (GHS-R) und wurde in der Erstbeschreibung als erstes Sekretagogum mit GHRH-ähnlicher Selektivität für die Wachstumshormonfreisetzung charakterisiert. Ein späteres klinisches Programm zum postoperativen Ileus umfasste zwei kontrollierte Phase-2-Studien; nach deren Abschluss wurde die Entwicklung nicht weitergeführt, und die Ergebnisse der größeren Studie wurden nie veröffentlicht. Heute erscheint die Substanz vor allem in der Forschung zur Pharmakologie der Wachstumshormonachse.
Immunsystem / Barriere
Lys-Pro-Val · α-MSH(11-13)
KPV (Lys-Pro-Val) ist das C-terminale Tripeptid des körpereigenen Hormons α-MSH und entspricht dessen Aminosäurepositionen 11 bis 13. In der Literatur wird es als antiinflammatorisches Fragment beschrieben, das die entzündungshemmenden Eigenschaften von α-MSH ohne dessen pigmentierende Aktivität abbilden soll. Untersucht wurde KPV bislang vor allem in Zellkulturen und in Mausmodellen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen; abgeschlossene Humanstudien existieren nicht.
Melanokortin
MT-II · MT-2 · MTII
Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und ein Analogon des körpereigenen Hormons α-MSH, das als nicht-selektiver Agonist an Melanocortin-Rezeptoren wirkt. Es wurde in den 1990er Jahren als experimenteller Pigmentierungswirkstoff entwickelt und später in frühen klinischen Studien zur erektilen Funktion untersucht, bevor die Entwicklung eingestellt wurde. Heute erscheint es in der Forschung zur Pharmakologie der Melanocortin-Rezeptoren, zur Pigmentierung und zur sexuellen Funktion.
Mitochondrial
MOTS-c (Mitochondrial ORF of the 12S rRNA type-c) ist ein Peptid aus 16 Aminosäuren, das in einem alternativen Leserahmen des mitochondrialen 12S-rRNA-Gens kodiert wird und zu den mitochondrial abgeleiteten Peptiden gehört. Erstbeschrieben wurde es 2015 von Lee und Kollegen. Forschungsschwerpunkte sind Energiestoffwechsel, Insulinsensitivität, Belastungsphysiologie und altersbezogene Stoffwechselveränderungen; endogene Messwerte beim Menschen sind von Versuchen mit zugeführtem Peptid zu unterscheiden.
Langlebigkeit / Kofaktor
beta-NAD+ · Coenzyme I · DPN
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid, CAS 53-84-9) ist ein endogenes Dinukleotid-Coenzym und kein Peptid. Es ist der zentrale Redox-Cofaktor des Energiestoffwechsels und gleichzeitig verbrauchtes Substrat NAD+-abhängiger Signalenzyme wie Sirtuine, PARPs und CD38. In der Forschung erscheint NAD+ vor allem in Arbeiten zum Altersstoffwechsel, zur mitochondrialen Funktion und zur Neurodegeneration, wobei der Großteil der Humandaten Vorläufermoleküle wie Nicotinamid-Ribosid (NR) und Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) betrifft, nicht NAD+ selbst.
Bremelanotid
Bremelanotide
PT-141 (Bremelanotid) ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und ein Analogon des körpereigenen Hormons α-MSH, das als Agonist an Melanocortin-Rezeptoren wirkt. Es ging aus dem Melanocortin-Forschungsprogramm um Melanotan II hervor und wurde als einziges Peptid dieses Programms als Injektionspräparat zugelassen; Melanotan I (Afamelanotid) erreichte die Zulassung als Implantat. Die FDA erteilte am 21. Juni 2019 unter dem Handelsnamen Vyleesi die Zulassung (NDA 210557) zur Behandlung der erworbenen, generalisierten hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD) bei prämenopausalen Frauen. In der Forschung erscheint die Substanz vor allem im Kontext der Melanocortin-Rezeptor-Pharmakologie und der zentralnervösen Regulation sexueller Funktion.
GLP-1/GIP/GCG
LY3437943 · LY-3437943
Retatrutid (Entwicklungscode LY3437943) ist ein synthetisches, fettsäuremodifiziertes Polypeptid (CAS 2381089-83-2, C₂₂₁H₃₄₂N₄₆O₆₈, ca. 4 731 g/mol), das als Einzelmolekül-Agonist an GIP-, GLP-1- und Glukagonrezeptoren wirkt. Die von Eli Lilly entwickelte Substanz wird bei Adipositas und Typ-2-Diabetes untersucht; inzwischen liegen kontrollierte Phase-3-Daten vor. Studienergebnisse bestätigen weder einen Zulassungsstatus noch die Eigenschaften eines bestimmten Forschungsprodukts.
Kognitiv
MEHFPGP · ACTH(4-7)PGP · Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid (Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro) aus dem ACTH(4-7)-Fragment und einer C-terminalen Pro-Gly-Pro-Erweiterung. Es wird in Zell- und Tiermodellen sowie begrenzten vergleichenden Humanarbeiten zu Kognition, zerebraler Ischämie und Rehabilitation untersucht. Historische Unterlagen zu formulierten Nasentropfen sind von wissenschaftlicher Evidenz, heutigem Registerstatus und einem konkreten Forschungsprodukt zu unterscheiden.
Elamipretid
Elamipretide · MTP-131 · Bendavia
SS-31, auch bekannt als Elamipretide, MTP-131 oder Bendavia, ist ein synthetisches aromatisch-kationisches Tetrapeptid aus der Familie der Szeto-Schiller-Peptide, das sich an der inneren Mitochondrienmembran anreichert und dort an das Phospholipid Cardiolipin bindet. Es erscheint in der Forschung zu mitochondrialer Bioenergetik, primären Mitochondriopathien und Alterungsprozessen. Im September 2025 erteilte die FDA dem pharmazeutischen Produkt FORZINITY (Elamipretidhydrochlorid) eine beschleunigte Zulassung zur Verbesserung der Muskelkraft bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Barth-Syndrom ab einem Körpergewicht von 30 kg; damit ist Elamipretide die erste krankheitsspezifisch zugelassene Behandlung des Barth-Syndroms.
Thymosin Beta-4
Ac-LKKTETQ
In der analytischen Primärliteratur bezeichnet TB-500 das acetylierte Heptapeptid Ac-LKKTETQ, ein Fragment von Thymosin beta-4 (Tβ4). Das vollständige, natürlich vorkommende Tβ4 hat 43 Aminosäuren und ist eine andere Stoffidentität. Gewebe- oder Arzneimittelbefunde zu vollständigem Tβ4 dürfen deshalb nicht automatisch dem TB-500-Fragment zugerechnet werden.
GHRH-Analog
TH9507 · Egrifta · Egrifta SV
Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des humanen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH), bestehend aus der vollständigen GHRH(1-44)-Sequenz mit einer trans-3-Hexenoyl-Modifikation am N-Terminus (44 Aminosäuren). Es wird vor allem im Kontext der Wachstumshormonachse und der Verteilung von viszeralem Fettgewebe erforscht. In den USA ist der Wirkstoff unter dem Namen Egrifta für eine eng definierte Indikation bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen.
Thymisches Peptid
Thymosin Alpha-1 ist ein N-terminal acetyliertes Peptid aus 28 Aminosäuren, das natürlicherweise durch proteolytische Spaltung aus Prothymosin Alpha entsteht und ursprünglich aus Thymusgewebe isoliert wurde. Die synthetische Form trägt den INN Thymalfasin und erscheint in der Forschung zur Immunmodulation, unter anderem im Kontext chronischer Virushepatitis, der Sepsis und als Impfstoff-Adjuvans.
GLP-1/GIP
LY3298176 · Mounjaro · Zepbound
Tirzepatid (LY3298176) ist ein synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, das strukturell vom nativen GIP abgeleitet ist und eine C20-Fettdisäure-Seitenkette trägt. Es wirkt als dualer Agonist am GIP- und am GLP-1-Rezeptor und erscheint in der metabolischen Forschung, vor allem zu Glukosestoffwechsel und Körpergewichtsregulation. Unter den Handelsnamen Mounjaro und Zepbound ist der Wirkstoff als Arzneimittel zugelassen.
Neuropeptid-Forschung
Vasoactive intestinal peptide · Aviptadil
Vasoaktives intestinales Peptid (VIP) ist ein körpereigenes Neuropeptid aus 28 Aminosäuren, das über die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren VPAC1 und VPAC2 signalisiert. Synthetisches VIP trägt als pharmazeutischer Wirkstoff den Freinamen Aviptadil. Das benannte Kombinationsarzneimittel Invicorp enthält zusätzlich Phentolamin; sein regulatorischer Status ist von Studien zu isoliertem VIP und systemischen Versuchsbedingungen zu trennen.
Wissenschaftliches Verzeichnis
Substanzprofile mit Wirkmechanismus, Evidenzlage und Primärquellen. Ein Nachschlagewerk für die Forschung, kein Produktkatalog.
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Metabolisch
5A1MQ · 5-amino-1-methylquinolinium
5-Amino-1MQ, in der Literatur auch 5A1MQ geschrieben, ist ein niedermolekularer Hemmstoff der Nicotinamid-N-Methyltransferase, kurz NNMT. Die Methylchinolinium-Verbindung ist kein Peptid. Untersucht wurden Vorgänge im Fettzellstoffwechsel und in Mäusen mit ernährungsbedingt ausgelöster Adipositas. Diese Ergebnisse belegen weder wirksames Gewichtsmanagement noch klinische Sicherheit beim Menschen.
Kupferpeptid
Alanine-histidine-lysine copper complex
AHK-Cu ist der Kupfer(II)-Komplex des Tripeptids L-Alanyl-L-Histidyl-L-Lysin. Lieferanten verwenden dafür auch die Bezeichnung Copper Tripeptide-3, die keine analytische Identitätsbestätigung ersetzt. Die geprüfte Literatur ist schmal und konzentriert sich auf Pyo und Kollegen: eine Ex-vivo- und Zellstudie an menschlichen Haarfollikeln und dermalen Papillenzellen. Ergebnisse zum verwandten GHK-Cu gehören zu einer anderen Peptidsequenz.
Gewebereparatur
PL 14736 · PL-10 · Bepecin
BPC-157 ist ein synthetisches Pentadecapeptid aus 15 Aminosäuren (CAS 137525-51-0, C62H98N16O22, rund 1 420 g/mol), dessen Sequenz aus einer Teilsequenz des im menschlichen Magensaft beschriebenen Body Protection Compound abgeleitet wurde. Die Literatur betrifft überwiegend präklinische Gewebereparatur und Schleimhautintegrität. Wenige unkontrollierte Humanberichte ergänzen diesen Forschungsstand, belegen aber keine allgemeine Wirksamkeit oder Sicherheit.
Amylin-Analogon
AM833
Cagrilintid (AM833) ist ein synthetisches, lipidiertes Analogon des Pankreashormons Amylin, das bei Novo Nordisk als langwirksamer Forschungskandidat zur Körpergewichtsregulation entwickelt wurde. Es wirkt an Amylin- und Calcitoninrezeptoren. Publizierte Phase-3a-Daten umfassen Monotherapie und die Kombination mit Semaglutid (CagriSema); deren Ergebnisse und regulatorische Fragen sind getrennt zu bewerten.
GHRH-Analog
CJC-1295 ohne DAC ist ein synthetisches Analogon des biologisch aktiven N-terminalen Fragments des humanen Wachstumshormon-Releasing-Hormons, GRF(1-29), mit vier Aminosäureaustauschen und einer Länge von 29 Aminosäuren. In der Literatur erscheint dieselbe Struktur auch als modifiziertes GRF(1-29); der Zusatz ohne DAC grenzt sie von der Variante mit Drug-Affinity-Complex ab, die über einen Linker kovalent an Serumalbumin bindet. Untersucht wird die Substanz im Kontext der GHRH-Rezeptor-Signalgebung und der Wachstumshormonachse.
Schlaf
Delta Sleep-Inducing Peptide · Emideltide
DSIP ist die Abkürzung für Delta Sleep-Inducing Peptide, ein Peptid aus neun Aminosäuren. Die ursprüngliche Charakterisierung stammt aus Experimenten zur elektrischen Hirnaktivität bei Kaninchen. Später wurde die Substanz in kleinen Humanstudien zur chronischen Insomnie untersucht. Trotz des Namens zeigen diese Arbeiten keinen konsistent belegten Nutzen für Schlafstörungen. Die Stoffbezeichnung Emideltide erscheint ebenfalls in behördlichen Unterlagen.
Langlebigkeit
Epitalon · AEDG-Peptid · Ala-Glu-Asp-Gly
Epithalon, auch Epitalon oder AEDG genannt, ist ein synthetisches Tetrapeptid aus der Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly. Entwickelt wurde es von der Forschungsgruppe um V. Kh. Khavinson am St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie als synthetisches Gegenstück zu Epithalamin, einem aus Zirbeldrüsengewebe gewonnenen Peptidpräparat. In der Literatur erscheint es in der Alternsforschung, vor allem zu Telomerlänge und Telomeraseaktivität in Zellkulturen sowie zu Lebensspanne und Tumorentwicklung in Nagermodellen.
Kupferpeptid
Copper tripeptide-1 · Cu-GHK · Prezatide copper acetate
GHK-Cu ist der Kupfer(II)-Komplex von Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin (GHK), einem 1973 in menschlichem Serum beschriebenen Tripeptid. Es erscheint in Zell- und Tierstudien zu Haut, Wundremodellierung und extrazellulärer Matrix sowie in begrenzten Humanarbeiten zu topischen Hautpflegeregimen. Diese unterschiedlichen Studienformen belegen keine allgemeine Wirkung bei systemischer oder injizierbarer Anwendung.
GHRP
NNC 26-0161
Ipamorelin (NNC 26-0161) ist ein synthetisches Pentapeptid aus der Klasse der Wachstumshormon-Sekretagoga, das in den 1990er Jahren bei Novo Nordisk entwickelt wurde. Es wirkt als Agonist am Ghrelin-Rezeptor (GHS-R) und wurde in der Erstbeschreibung als erstes Sekretagogum mit GHRH-ähnlicher Selektivität für die Wachstumshormonfreisetzung charakterisiert. Ein späteres klinisches Programm zum postoperativen Ileus umfasste zwei kontrollierte Phase-2-Studien; nach deren Abschluss wurde die Entwicklung nicht weitergeführt, und die Ergebnisse der größeren Studie wurden nie veröffentlicht. Heute erscheint die Substanz vor allem in der Forschung zur Pharmakologie der Wachstumshormonachse.
Immunsystem / Barriere
Lys-Pro-Val · α-MSH(11-13)
KPV (Lys-Pro-Val) ist das C-terminale Tripeptid des körpereigenen Hormons α-MSH und entspricht dessen Aminosäurepositionen 11 bis 13. In der Literatur wird es als antiinflammatorisches Fragment beschrieben, das die entzündungshemmenden Eigenschaften von α-MSH ohne dessen pigmentierende Aktivität abbilden soll. Untersucht wurde KPV bislang vor allem in Zellkulturen und in Mausmodellen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen; abgeschlossene Humanstudien existieren nicht.
Melanokortin
MT-II · MT-2 · MTII
Melanotan II ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und ein Analogon des körpereigenen Hormons α-MSH, das als nicht-selektiver Agonist an Melanocortin-Rezeptoren wirkt. Es wurde in den 1990er Jahren als experimenteller Pigmentierungswirkstoff entwickelt und später in frühen klinischen Studien zur erektilen Funktion untersucht, bevor die Entwicklung eingestellt wurde. Heute erscheint es in der Forschung zur Pharmakologie der Melanocortin-Rezeptoren, zur Pigmentierung und zur sexuellen Funktion.
Mitochondrial
MOTS-c (Mitochondrial ORF of the 12S rRNA type-c) ist ein Peptid aus 16 Aminosäuren, das in einem alternativen Leserahmen des mitochondrialen 12S-rRNA-Gens kodiert wird und zu den mitochondrial abgeleiteten Peptiden gehört. Erstbeschrieben wurde es 2015 von Lee und Kollegen. Forschungsschwerpunkte sind Energiestoffwechsel, Insulinsensitivität, Belastungsphysiologie und altersbezogene Stoffwechselveränderungen; endogene Messwerte beim Menschen sind von Versuchen mit zugeführtem Peptid zu unterscheiden.
Langlebigkeit / Kofaktor
beta-NAD+ · Coenzyme I · DPN
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid, CAS 53-84-9) ist ein endogenes Dinukleotid-Coenzym und kein Peptid. Es ist der zentrale Redox-Cofaktor des Energiestoffwechsels und gleichzeitig verbrauchtes Substrat NAD+-abhängiger Signalenzyme wie Sirtuine, PARPs und CD38. In der Forschung erscheint NAD+ vor allem in Arbeiten zum Altersstoffwechsel, zur mitochondrialen Funktion und zur Neurodegeneration, wobei der Großteil der Humandaten Vorläufermoleküle wie Nicotinamid-Ribosid (NR) und Nicotinamid-Mononukleotid (NMN) betrifft, nicht NAD+ selbst.
Bremelanotid
Bremelanotide
PT-141 (Bremelanotid) ist ein synthetisches zyklisches Heptapeptid und ein Analogon des körpereigenen Hormons α-MSH, das als Agonist an Melanocortin-Rezeptoren wirkt. Es ging aus dem Melanocortin-Forschungsprogramm um Melanotan II hervor und wurde als einziges Peptid dieses Programms als Injektionspräparat zugelassen; Melanotan I (Afamelanotid) erreichte die Zulassung als Implantat. Die FDA erteilte am 21. Juni 2019 unter dem Handelsnamen Vyleesi die Zulassung (NDA 210557) zur Behandlung der erworbenen, generalisierten hypoaktiven sexuellen Luststörung (HSDD) bei prämenopausalen Frauen. In der Forschung erscheint die Substanz vor allem im Kontext der Melanocortin-Rezeptor-Pharmakologie und der zentralnervösen Regulation sexueller Funktion.
GLP-1/GIP/GCG
LY3437943 · LY-3437943
Retatrutid (Entwicklungscode LY3437943) ist ein synthetisches, fettsäuremodifiziertes Polypeptid (CAS 2381089-83-2, C₂₂₁H₃₄₂N₄₆O₆₈, ca. 4 731 g/mol), das als Einzelmolekül-Agonist an GIP-, GLP-1- und Glukagonrezeptoren wirkt. Die von Eli Lilly entwickelte Substanz wird bei Adipositas und Typ-2-Diabetes untersucht; inzwischen liegen kontrollierte Phase-3-Daten vor. Studienergebnisse bestätigen weder einen Zulassungsstatus noch die Eigenschaften eines bestimmten Forschungsprodukts.
Kognitiv
MEHFPGP · ACTH(4-7)PGP · Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid (Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro) aus dem ACTH(4-7)-Fragment und einer C-terminalen Pro-Gly-Pro-Erweiterung. Es wird in Zell- und Tiermodellen sowie begrenzten vergleichenden Humanarbeiten zu Kognition, zerebraler Ischämie und Rehabilitation untersucht. Historische Unterlagen zu formulierten Nasentropfen sind von wissenschaftlicher Evidenz, heutigem Registerstatus und einem konkreten Forschungsprodukt zu unterscheiden.
Elamipretid
Elamipretide · MTP-131 · Bendavia
SS-31, auch bekannt als Elamipretide, MTP-131 oder Bendavia, ist ein synthetisches aromatisch-kationisches Tetrapeptid aus der Familie der Szeto-Schiller-Peptide, das sich an der inneren Mitochondrienmembran anreichert und dort an das Phospholipid Cardiolipin bindet. Es erscheint in der Forschung zu mitochondrialer Bioenergetik, primären Mitochondriopathien und Alterungsprozessen. Im September 2025 erteilte die FDA dem pharmazeutischen Produkt FORZINITY (Elamipretidhydrochlorid) eine beschleunigte Zulassung zur Verbesserung der Muskelkraft bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit Barth-Syndrom ab einem Körpergewicht von 30 kg; damit ist Elamipretide die erste krankheitsspezifisch zugelassene Behandlung des Barth-Syndroms.
Thymosin Beta-4
Ac-LKKTETQ
In der analytischen Primärliteratur bezeichnet TB-500 das acetylierte Heptapeptid Ac-LKKTETQ, ein Fragment von Thymosin beta-4 (Tβ4). Das vollständige, natürlich vorkommende Tβ4 hat 43 Aminosäuren und ist eine andere Stoffidentität. Gewebe- oder Arzneimittelbefunde zu vollständigem Tβ4 dürfen deshalb nicht automatisch dem TB-500-Fragment zugerechnet werden.
GHRH-Analog
TH9507 · Egrifta · Egrifta SV
Tesamorelin ist ein synthetisches Analogon des humanen Wachstumshormon-Releasing-Hormons (GHRH), bestehend aus der vollständigen GHRH(1-44)-Sequenz mit einer trans-3-Hexenoyl-Modifikation am N-Terminus (44 Aminosäuren). Es wird vor allem im Kontext der Wachstumshormonachse und der Verteilung von viszeralem Fettgewebe erforscht. In den USA ist der Wirkstoff unter dem Namen Egrifta für eine eng definierte Indikation bei HIV-assoziierter Lipodystrophie zugelassen.
Thymisches Peptid
Thymosin Alpha-1 ist ein N-terminal acetyliertes Peptid aus 28 Aminosäuren, das natürlicherweise durch proteolytische Spaltung aus Prothymosin Alpha entsteht und ursprünglich aus Thymusgewebe isoliert wurde. Die synthetische Form trägt den INN Thymalfasin und erscheint in der Forschung zur Immunmodulation, unter anderem im Kontext chronischer Virushepatitis, der Sepsis und als Impfstoff-Adjuvans.
GLP-1/GIP
LY3298176 · Mounjaro · Zepbound
Tirzepatid (LY3298176) ist ein synthetisches Peptid aus 39 Aminosäuren, das strukturell vom nativen GIP abgeleitet ist und eine C20-Fettdisäure-Seitenkette trägt. Es wirkt als dualer Agonist am GIP- und am GLP-1-Rezeptor und erscheint in der metabolischen Forschung, vor allem zu Glukosestoffwechsel und Körpergewichtsregulation. Unter den Handelsnamen Mounjaro und Zepbound ist der Wirkstoff als Arzneimittel zugelassen.
Neuropeptid-Forschung
Vasoactive intestinal peptide · Aviptadil
Vasoaktives intestinales Peptid (VIP) ist ein körpereigenes Neuropeptid aus 28 Aminosäuren, das über die G-Protein-gekoppelten Rezeptoren VPAC1 und VPAC2 signalisiert. Synthetisches VIP trägt als pharmazeutischer Wirkstoff den Freinamen Aviptadil. Das benannte Kombinationsarzneimittel Invicorp enthält zusätzlich Phentolamin; sein regulatorischer Status ist von Studien zu isoliertem VIP und systemischen Versuchsbedingungen zu trennen.