NAD+ (Nicotinamide Adenine Dinucleotide) 1000 mg lyophilisiert ist das zentrale Redox-Coenzym des zellulären Energiestoffwechsels und das primäre Substrat für Sirtuine, PARP1 und CD38. Das Molekül wird als hochreines lyophilisiertes Pulver (>=99% HPLC) in 1000 mg Vials angeboten und adressiert Forschungsvorhaben zu Longevity, mitochondrialer Funktion, DNA-Reparatur und zellulärer Seneszenz. Ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke (RUO).
Was ist NAD+?
NAD+ ist die oxidierte Form des Nicotinamide Adenine Dinucleotide, eines Dinukleotid-Coenzyms mit der Summenformel C21H27N7O14P2 und einem Molekulargewicht von 663,43 g/mol. Strukturell setzt es sich aus einem Adenin-Nukleotid und einem Nicotinamid-Nukleotid zusammen, die über eine Pyrophosphat-Brücke verbunden sind. Das Molekül zyklisiert zwischen der oxidierten Form (NAD+) und der reduzierten Form (NADH) und transportiert in dieser Funktion Reduktionsäquivalente zwischen katabolen und anabolen Stoffwechselwegen. Im Unterschied zu NAD-Präkursoren wie Nicotinamid-Ribosid oder NMN liegt NAD+ als unmittelbar aktive Form vor und erfordert keine zelluläre Salvage-Umwandlung.
Wirkmechanismus und Signalwege
Die biologische Rolle von NAD+ verteilt sich auf drei Ebenen. Im Redox-Metabolismus fungiert es als Elektronenakzeptor bei Glykolyse, Fettsäureoxidation und Citratzyklus und liefert Reduktionsäquivalente an den Komplex I der mitochondrialen Atmungskette. Als Substrat für Klasse-III-Histondeacetylasen aktiviert es Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), die Transkriptionsfaktoren wie PGC-1-alpha und FOXO3 durch Deacetylierung regulieren und so mitochondriale Biogenese und Stressresistenz steuern. Zusätzlich wird NAD+ von PARP1 zur Poly-ADP-Ribosylierung bei DNA-Schäden konsumiert sowie von der NADase CD38 hydrolysiert. Das Gleichgewicht zwischen diesen NAD+-konsumierenden Enzymen bestimmt den intrazellulären Pool.
Forschungsanwendungen
In präklinischen und In-vitro-Modellen wird NAD+ zur Untersuchung von Longevity, mitochondrialer Dysfunktion, zellulärer Seneszenz und DNA-Reparaturkapazität eingesetzt. Typische experimentelle Endpunkte sind die intrazelluläre NAD+/NADH-Ratio, die Sirtuin-Aktivität, der PARP1-Flux, mitochondriale Membranpotenziale, die ATP-Produktion sowie seneszenzassoziierte Marker wie p16INK4a oder SA-beta-Galaktosidase. Im Alterungskontext ist insbesondere der altersabhängige NAD+-Abfall in Säugergeweben dokumentiert, was Restitutions-Studien mit NAD+ oder seinen Präkursoren motiviert. Neurodegenerative Modelle nutzen NAD+ zur Untersuchung axonaler Integrität und der Wallerian-Degeneration-Signalkaskade.
Rekonstitution und Laborhandling
Die Rekonstitution erfolgt typischerweise mit bakteriostatischem oder sterilem Wasser. Bei einem 1000 mg Vial und 10 ml Rekonstitutionsvolumen ergibt sich eine Konzentration von 100 mg/ml. Die Arbeitsverdünnung bestimmt sich durch das Studienprotokoll; übliche Forschungsdosen liegen zwischen 100 und 500 mg pro Applikation. Kräftiges Schütteln direkt gegen die Vial-Wand sollte vermieden werden, um Scherkräfte am Molekül zu minimieren. Der Lichtschutz während der Handhabung ist wichtig, da NAD+ photolabil ist. Nach Rekonstitution empfiehlt sich ein frühes Aliquotieren in lichtgeschützte Röhrchen.
Qualität und Dokumentation
Jede Charge wird mittels HPLC auf eine Mindestreinheit von 99 Prozent geprüft und per Massenspektrometrie auf Identität und korrekte Molekülmasse (663,43 g/mol) verifiziert. Ein Certificate of Analysis dokumentiert die Ergebnisse der Chargenfreigabe und ist auf der Website abrufbar. Die Produktion folgt etablierten GMP-orientierten Qualitätsstandards; die Freigabe pro Charge ist nachvollziehbar dokumentiert. Das Produkt ist als Research Use Only gekennzeichnet und nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt.
Lagerung und Stabilität
Das lyophilisierte Pulver ist bei minus 20 Grad Celsius über mindestens 24 Monate stabil und sollte bis zur Rekonstitution trocken, licht- und feuchtigkeitsgeschützt aufbewahrt werden. Die rekonstituierte Lösung ist bei 2 bis 8 Grad Celsius über 14 bis 28 Tage haltbar, abhängig von der Konzentration und den aseptischen Arbeitsbedingungen. Für längere Aufbewahrung empfiehlt sich ein früh aliquotiertes Einfrieren in lichtgeschützten Einzelportionen, um Freeze-Thaw-Zyklen zu minimieren. Vor Verwendung sollte das Material auf Raumtemperatur äquilibrieren und visuell auf Klarheit geprüft werden.
Kompatible Forschungspeptide
NAD+ wird in Longevity-Modellen häufig in separaten Experimentalarmen zu regenerativen Peptiden wie BPC-157 und TB-500 untersucht, um mitochondriale von gewebespezifischen Regenerationspfaden abzugrenzen. Parallel-Setups mit GHRH-Analoga wie Tesamorelin erlauben die Abgrenzung der NAD+-vermittelten Sirtuin-Aktivierung von IGF-1-abhängigen Signalwegen. Der methodische Abgleich der einzelnen Pathways bietet Vorteile gegenüber Kombinationstests und ermöglicht eine sauberere Attribution der beobachteten Effekte. In der Alterungs- und Telomer-Forschung wird NAD+ zusätzlich zur Charakterisierung altersabhängiger Substrat-Verarmung herangezogen.
Sicherheitshinweise und Research Use Only
NAD+ 1000 mg ist ausschließlich für In-vitro-Experimente und präklinische Forschungsvorhaben bestimmt. Eine Anwendung am Menschen oder Tier außerhalb eines dokumentierten Forschungskontextes ist weder zugelassen noch durch die Produktfreigabe abgedeckt. Empfänger verantworten die Einhaltung lokaler Forschungsvorschriften, Importbestimmungen sowie interner biologischer Sicherheitsrichtlinien. Das Etikett trägt den Hinweis RUO in Übereinstimmung mit internationalen Konventionen für Forschungsmaterialien.
Der NAD+/NADH-Redoxzyklus treibt den zellulären Energiestoffwechsel an; aktiviert Klasse-III-HDACs (Sirtuine SIRT1-7) für Langlebigkeits-Signalwege; Substrat für PARP1 in der DNA-Schadensantwort; Elektronenakzeptor am mitochondrialen Komplex I; wird durch CD38-NADasen verbraucht.
Hinweis: Die genannten Dosierungen entsprechen typischen Bereichen aus publizierter Forschungsliteratur. Sie ersetzen keine Empfehlung eines qualifizierten Forschers oder Arztes.
Jede Charge wird vor der Auslieferung von einem unabhängigen Labor mittels HPLC analysiert. Wir dokumentieren Reinheit (Ø 99,43 % im Jahr 2026), Massenspektrometrie-Identität und Sterilität. Die Produktion erfolgt nach GMP-Standards in ISO-zertifizierten Laboren.