Longevity Peptide Stack: Peptide fuer Anti-Aging und Langlebigkeit in der Forschung
Dr. Sieglinde Klaus
Wissenschaftliche Redaktion · Bergdorf Bioscience

Inhaltsverzeichnis
- 01Was ist ein Longevity Peptide Stack und worauf zielt er in der Forschung?
- 02Warum sinkt NAD+ mit dem Alter und was bedeutet das fuer die Sirtuine?
- 03Wie wird NAD+ als Anti-Aging-Ansatz erforscht?
- 04Was sagen Humanstudien zur Sicherheit von NAD+-Vorstufen?
- 05Welche Rolle spielt GHK-Cu im Alterungsprozess?
- 06Was ist Epithalon und wie wird die Telomerase-Hypothese untersucht?
- 07Wie ergaenzen sich NAD+, GHK-Cu und Epithalon konzeptionell?
- 08Welche Verbindung besteht zu mitochondrialen Peptiden wie MOTS-c?
- 09Wie werden diese Peptide im Labor gehandhabt und gelagert?
- 10Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Langlebigkeitsforschung mit Peptiden?
- 11Haeufig gestellte Fragen
- Ist ein Longevity Peptide Stack beim Menschen wirksam?
- Was macht NAD+ zu einem zentralen Molekuel der Alternsforschung?
- Warum wird Epithalon als telomerase peptide bezeichnet?
- Gibt es Sicherheitsdaten zu NAD+-Vorstufen?
- Sind diese Peptide fuer den menschlichen Gebrauch bestimmt?
Ein Longevity Peptide Stack bezeichnet die kombinierte Untersuchung mehrerer Signalpeptide und Coenzyme, die in der praeklinischen Alternsforschung auf zellulaere Reparatur, Redox-Stoffwechsel und Telomer-Biologie einwirken. Im Zentrum stehen NAD+ als Sirtuin-Substrat, das Kupferpeptid GHK-Cu und das Tetrapeptid Epithalon. Dieser Leitfaden fasst die wissenschaftliche Datenlage zusammen, streng forschungsbezogen und ohne Heilversprechen.
Was ist ein Longevity Peptide Stack und worauf zielt er in der Forschung?
Der Begriff longevity peptide stack beschreibt in der Laborliteratur keine feste Rezeptur, sondern ein Forschungskonzept: die parallele Betrachtung mehrerer molekularer Signalgeber, die jeweils an einem der klassischen "Hallmarks of Aging" ansetzen. Statt eines einzelnen Wirkstoffs untersuchen Arbeitsgruppen Kombinationen, weil das Altern ein multifaktorieller Prozess ist. Ein typisch diskutierter Stack umfasst NAD+ als zentrales Redox-Coenzym, GHK-Cu fuer Gewebe- und Matrix-Signalgebung sowie Epithalon als Bioregulator der Telomerase-Achse.
Die wissenschaftliche Logik dahinter ist die Beobachtung, dass viele Alterungsmarker gemeinsam abfallen: NAD+-Spiegel, Sirtuin-Aktivitaet und zirkulierende Signalpeptide sinken mit dem Lebensalter parallel. Diese Beobachtung fuehrt zu der forschungsleitenden Frage, ob eine gezielte Wiederherstellung mehrerer dieser Achsen die zellulaeren Alterungsprozesse in Modellsystemen messbar verlangsamt. Ein Uebersichtsartikel zur Peptid-Gerontologie beschreibt Bioregulator-Peptide und Longevity-Stacks als mechanistisch begruendete Forschungsansaetze fuer gesundes Altern Front Aging, 2026. Die Idee, das Altern nicht als unaufhaltsames Schicksal, sondern als adressierbaren biologischen Prozess mit definierbaren Angriffspunkten zu begreifen, praegt die moderne Geroscience insgesamt.
Wichtig fuer die Einordnung: Es existiert bislang kein entscheidender Humanbeweis, dass solche Stacks die menschliche Lebensspanne verlaengern. Die belastbaren Daten stammen ganz ueberwiegend aus Tiermodellen und Zellkulturen. Alle hier besprochenen Substanzen sind ausschliesslich fuer Forschungszwecke bestimmt.
Warum sinkt NAD+ mit dem Alter und was bedeutet das fuer die Sirtuine?
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein zentrales Coenzym des Energiestoffwechsels und zugleich das obligate Substrat der Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), der PARP1-DNA-Reparaturenzyme und der Ektoenzym-Glykohydrolase CD38. In der Forschung ist gut dokumentiert, dass NAD+-Spiegel und Sirtuin-Aktivitaet mit steigendem Lebensalter stetig abnehmen, ein Prozess, der durch Adipositas und Bewegungsmangel zusaetzlich verstaerkt wird.
Sirtuine sind NAD+-abhaengige Deacylasen. Sie vermitteln einen grossen Teil des kardiometabolischen Nutzens, der in Studien mit Kalorienrestriktion und koerperlicher Aktivitaet beobachtet wurde. Die sieben Sirtuine des Menschen sind funktionell arbeitsteilig verteilt: SIRT1, SIRT6 und SIRT7 wirken vorwiegend im Zellkern und regulieren Chromatin und DNA-Reparatur, SIRT3, SIRT4 und SIRT5 sind in den Mitochondrien lokalisiert und steuern den oxidativen Stoffwechsel, waehrend SIRT2 hauptsaechlich im Zytoplasma agiert. Faellt NAD+ ab, sinkt zwangslaeufig die katalytische Kapazitaet dieser Sirtuine, weil ihnen der gemeinsame Cofaktor fehlt. Genau an dieser Kopplung setzt die NAD+-Forschung an.
Die grundlegende Arbeit von Lin und Guarente etablierte NAD+ als metabolischen Regulator von Transkription, Langlebigkeit und Krankheit und zeigte die Steuerung der Sir2p/Sirtuin-Familie Lin und Guarente, 2003. Diese Arbeit war insofern wegweisend, als sie die Kalorienrestriktion, den bis dahin robustesten bekannten Langlebigkeitsmechanismus in Modellorganismen, direkt mit dem NAD+-Sir2p-System verknuepfte. Imai und Guarente beschrieben spaeter das Zusammenspiel praezise: NAD+ und Sirtuine kontrollieren gemeinsam Alterung und Langlebigkeit, und der altersbedingte NAD+-Abfall reduziert die Sirtuin-Aktivitaet als Kernmechanismus Imai und Guarente, 2016. Ein zusaetzlicher Verbraucher des NAD+-Pools ist das Enzym CD38, dessen Aktivitaet mit dem Alter zunimmt und damit den ohnehin sinkenden NAD+-Vorrat weiter belastet. Diese Achse ist die meistuntersuchte molekulare Grundlage im longevity peptide stack.
Wie wird NAD+ als Anti-Aging-Ansatz erforscht?
Die Rationale fuer NAD+ als Anti-Aging-nahen Forschungsansatz ist einfach formuliert: Wenn NAD+ mit dem Alter faellt und Sirtuine ohne diesen Cofaktor an Aktivitaet verlieren, dann untersucht die Forschung, ob eine Wiederherstellung des NAD+-Pools die abhaengigen Enzymsysteme messbar reaktiviert. Yoshino, Baur und Imai fassten die NAD+-Biosynthese, ihren altersbedingten Abfall und die wissenschaftliche Begruendung fuer eine Supplementierung mit NAD+-Intermediaten zusammen Yoshino et al., 2018.
In der Praxis arbeiten Labore ueberwiegend mit den NAD+-Vorstufen NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) und NR (Nicotinamid-Ribosid), da diese die etablierten, am besten charakterisierten Praekursoren sind. NAD+ selbst wird in der Forschung als hochreines lyophilisiertes Pulver bereitgestellt und dient als direkter Bezugspunkt fuer Redox- und Sirtuin-Assays.
Das hier gefuehrte Produkt, NAD+ 1000mg, wird als hochreines lyophilisiertes Pulver (mindestens 99 Prozent HPLC) in 1000-mg-Vials angeboten und ist der Kategorie Anti-Aging zugeordnet. Es positioniert sich als zentrales Redox-Coenzym und primaeres Substrat fuer Sirtuine, PARP1 und CD38. Der Reinheitsgrad ist fuer die Forschung nicht nebensaechlich: Verunreinigungen koennen in Redox-Assays als stoerende Signale auftreten und die Interpretation von Sirtuin-Aktivitaetsmessungen verfaelschen, weshalb der HPLC-verifizierte Wert ein relevantes Qualitaetskriterium darstellt. Fuer Laborgruppen, die NAD+-abhaengige Signalwege charakterisieren, steht es als Forschungssubstanz bereit: Jetzt NAD+ 1000mg bestellen. Eine vertiefende mechanistische Darstellung bietet der NAD+ Leitfaden.
Was sagen Humanstudien zur Sicherheit von NAD+-Vorstufen?
Fuer die Einordnung der Sicherheit ist die NMN-Datenlage am aussagekraeftigsten, da NMN die am haeufigsten in Humanstudien getestete NAD+-Vorstufe ist. Ein aktueller Uebersichtsartikel fasst die bisherigen klinischen Studien zusammen: Sie umfassten typischerweise 8 bis 108 Teilnehmer, waren ueberwiegend Phase-I-Studien, und bestaetigten die Sicherheit bis etwa 500 mg pro Tag ohne schwerwiegende unerwuenschte Ereignisse Nadeeshani et al..
Praeziser wird es in einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden und placebokontrollierten Studie: Yi und Kollegen prueften beta-NMN in dosisabhaengigen Armen von 300, 600 und 900 mg pro Tag ueber 60 Tage bei gesunden Erwachsenen mittleren Alters und berichteten keine schwerwiegenden unerwuenschten Ereignisse Yi et al., 2023.
Die wissenschaftlichen Grenzen sind klar zu benennen: Fuer wiederholte taegliche orale Dosen von 1000 mg oder mehr liegen keine belastbaren Daten vor. Die vorliegenden Studien waren zudem ueberwiegend kurz, mit Beobachtungszeitraeumen im Bereich von Wochen bis wenigen Monaten, sodass Langzeiteffekte einer dauerhaften NAD+-Anhebung schlicht nicht untersucht sind. Zudem besteht die theoretische Besorgnis, dass ein unnoetiges Anheben des NAD+-Spiegels physiologisch nachteilige Effekte haben koennte, etwa weil NAD+ auch in Signalwege eingebunden ist, die unter bestimmten Umstaenden Zellproliferation beguenstigen. Eine sichere Dosis und Frequenz ist wissenschaftlich nicht abschliessend etabliert. Diese Studien betreffen NAD+-Vorstufen und nicht das direkte NAD+-Molekuel; die Uebertragbarkeit ist ein offenes Forschungsfeld. Aus diesen Gruenden nennt dieser Leitfaden bewusst keine Anwendungsdosis fuer den Menschen.
Welche Rolle spielt GHK-Cu im Alterungsprozess?
GHK (Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin) ist ein koerpereigenes Tripeptid, das in der Forschung als Anti-Aging-Peptid besonders gut charakterisiert ist. Seine Serumkonzentration faellt mit dem Alter deutlich: von etwa 200 ng/ml im Alter von 20 Jahren auf rund 80 ng/ml im Alter von 60 Jahren. Dieser altersabhaengige Rueckgang von mehr als der Haelfte ist ein zentraler Grund, warum GHK in Longevity-Stacks untersucht wird.
In seiner kupferkomplexierten Form GHK-Cu moduliert das Peptid in grossangelegten Genexpressionsanalysen Tausende von Genen, die an Gewebereparatur, an der Bildung von Kollagen und Elastin (insbesondere Typ-I-Kollagen) sowie an der Kontrolle von Entzuendungsprozessen beteiligt sind. Der biochemische Ansatzpunkt ist die hohe Affinitaet des GHK-Motivs fuer Kupfer(II)-Ionen; der resultierende Komplex fungiert in der Forschung als Transporteur und Modulator biologisch verfuegbaren Kupfers, das seinerseits Cofaktor zahlreicher Reparatur- und Matrix-Enzyme ist. Pickart und Margolina fassten das Potenzial von GHK als Anti-Aging-Peptid zusammen und dokumentierten den beschriebenen Serumabfall sowie die Stimulation von Kollagen und Elastin Pickart und Margolina, 2022.
Eine weitere Uebersicht ordnete die regenerativen und schuetzenden Wirkungen von GHK-Cu im Licht neuer Genexpressionsdaten ein und beschrieb die Modulation Tausender Gene, die an Reparatur- und Entzuendungsprozessen beteiligt sind Pickart et al., 2018. Diese breite Genwirkung ist zugleich Staerke und Schwaeche des Forschungsansatzes: Ein Molekuel, das derart viele Transkriptionsprogramme beruehrt, ist mechanistisch faszinierend, aber schwer auf einen einzelnen, kontrollierbaren Endpunkt zu reduzieren. Alle diese Befunde stammen aus Zell- und Genexpressionsmodellen und aus tierexperimentellen Reparaturstudien, nicht aus kontrollierten Langlebigkeitsstudien beim Menschen; eine vertiefte Darstellung bietet der GHK-Cu Leitfaden.
Was ist Epithalon und wie wird die Telomerase-Hypothese untersucht?
Epithalon (auch Epitalon, Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly) ist ein synthetisches Tetrapeptid, das am St. Petersburger Institut fuer Bioregulation und Gerontologie im Rahmen des Khavinson-Programms entwickelt wurde, aus dem ueber 100 Publikationen hervorgingen. In der Longevity-Forschung ist es der prominenteste Vertreter der Bioregulator-Peptide und der zentrale Kandidat, wenn von einem telomerase peptide die Rede ist.
Der mechanistische Kern ist die Telomer-Biologie. In der Zellkultur wurde berichtet, dass Epitalon die Telomerlaenge in menschlichen somatischen Zelllinien erhoeht, und zwar ueber eine Hochregulation der Telomerase oder alternativer ALT-Aktivitaet PMC12411320. Telomere sind die schuetzenden Endkappen der Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkuerzen; die Telomerase kann sie verlaengern.
In Nagermodellen deuten Langlebigkeitsstudien auf eine Verlaengerung der medianen und maximalen Lebensspanne um etwa 12 bis 24 Prozent hin, und Epithalon wurde mit einer Wiederherstellung des altersbedingt abfallenden Melatonin-Rhythmus in Verbindung gebracht. Der Bezug zur Zirbeldruese und zum Melatonin ist historisch bemerkenswert, weil das Khavinson-Programm Epithalon urspruenglich aus einem Pinealextrakt ableitete und die neuroendokrine Rhythmik als eigenstaendige Alterungsachse betrachtete. Entscheidend ist die Einordnung: Diese Telomer- und Lebensspannen-Daten stammen aus Tiermodellen und In-vitro-Systemen. Ein entscheidender Humanbeweis fuer eine Verlaengerung der menschlichen Lebensspanne steht aus, und die Studienqualitaet der aelteren osteuropaeischen Arbeiten wird in der internationalen Literatur teils kritisch diskutiert. Mehr dazu im Epithalon Leitfaden.
Wie ergaenzen sich NAD+, GHK-Cu und Epithalon konzeptionell?
Der wissenschaftliche Reiz eines longevity peptide stack liegt in der Nicht-Ueberlappung der Angriffspunkte. NAD+ adressiert den zellulaeren Redox- und Energiestoffwechsel sowie die Sirtuin-vermittelte Signalgebung. GHK-Cu wirkt auf der Ebene der extrazellulaeren Matrix und der Genexpression fuer Reparatur und Entzuendungskontrolle. Epithalon zielt auf die Telomer-Achse und die neuroendokrine Rhythmik. Drei verschiedene Hallmarks of Aging, drei verschiedene Molekuelklassen.
Diese konzeptionelle Ergaenzung ist der Grund, warum die Peptid-Gerontologie Stacks ueberhaupt diskutiert: Ein einzelnes Molekuel kann definitionsgemaess nur einen Teil eines multifaktoriellen Prozesses beeinflussen. Der Uebersichtsartikel zur therapeutischen Peptid-Gerontologie ordnet genau diese Bioregulator-Peptide und Longevity-Stacks als mechanistisch begruendete Forschungsansaetze ein Front Aging, 2026.
Wichtig bleibt die methodische Ehrlichkeit: Die kombinierte Betrachtung ist ein Forschungsdesign, kein bewiesenes Wirkprinzip beim Menschen. Es gibt bislang keine kontrollierten Humanstudien, die einen additiven oder synergistischen Longevity-Effekt dieser Kombination belegen. Die Einzelbefunde stammen aus getrennten praeklinischen Kontexten, und die Kombinationswirkung ist damit eine Hypothese, kein Befund. Gerade Kombinationsansaetze bergen zudem das Risiko unerwarteter Wechselwirkungen, die in Einzelstoff-Studien nicht sichtbar werden. Wer NAD+ und MOTS-c vergleichen moechte, findet eine strukturierte Gegenueberstellung im Vergleich MOTS-c vs. NAD+.
Welche Verbindung besteht zu mitochondrialen Peptiden wie MOTS-c?
Neben den drei Kernkandidaten rueckt die Forschung zunehmend mitochondriale Peptide in den Fokus des longevity peptide stack. MOTS-c ist ein mitochondrial kodiertes Peptid, das metabolische Homeostase-Signalwege beeinflusst und in der praeklinischen Literatur als Bindeglied zwischen Mitochondrienfunktion und systemischem Stoffwechsel diskutiert wird. Es ergaenzt die NAD+-Achse insofern, als beide auf den zellulaeren Energiehaushalt einwirken, jedoch ueber unterschiedliche molekulare Wege.
Die konzeptionelle Naehe ist offensichtlich: NAD+ ist der Cofaktor des mitochondrialen und nukleaeren Sirtuin-Systems, waehrend MOTS-c als mitochondrialer Signalgeber die metabolische Anpassung an Stress moduliert. In der Forschung werden beide daher haeufig im selben Kontext der mitochondrialen Alternsbiologie betrachtet. Die Mitochondrien gelten dabei als zentrale Schaltstelle des Alterns, weil ihre Funktionstuechtigkeit ueber die zellulaere Energieversorgung und die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies zugleich Leistung und Schadenslast einer Zelle bestimmt.
Ein weiteres mitochondrial adressiertes Molekuel ist SS-31 (Elamipretid), ein Peptid, das an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran bindet und in der Forschung im Zusammenhang mit der Stabilisierung der oxidativen Phosphorylierung untersucht wird. Es erweitert das mitochondriale Segment des Stacks um einen membranstabilisierenden Ansatz, der weniger auf Genexpression als auf die physikalische Integritaet der Atmungskettenkomplexe zielt. Details finden sich im MOTS-c Leitfaden und im SS-31 Leitfaden. Auch hier gilt: Die Befunde sind praeklinisch, und Aussagen zur menschlichen Lebensspanne sind nicht belegt.
Wie werden diese Peptide im Labor gehandhabt und gelagert?
Longevity-Peptide werden in der Forschung ganz ueberwiegend als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver bereitgestellt, weil dieser Zustand die groesste chemische Stabilitaet bietet. Das hier gefuehrte NAD+ 1000mg erreicht eine Reinheit von mindestens 99 Prozent nach HPLC, ein Wert, der fuer reproduzierbare Assay-Ergebnisse in der Redox- und Sirtuin-Forschung relevant ist.
Fuer die Handhabung gelten die allgemeinen Konventionen der Peptidchemie. Das ungeoeffnete lyophilisierte Pulver wird typischerweise kuehl und lichtgeschuetzt gelagert, oft bei minus 20 Grad Celsius fuer die langfristige Aufbewahrung. Nach Rekonstitution mit einem geeigneten Loesungsmittel, in der Forschung ueblicherweise bakteriostatisches Wasser, sinkt die Stabilitaet, weshalb rekonstituierte Loesungen gekuehlt (2 bis 8 Grad Celsius) und nur ueber begrenzte Zeitraeume gelagert werden.
Diese Parameter sind rein labortechnische Angaben zur Substanzstabilitaet und keine Anwendungsanweisung. Wiederholte Frier-Tau-Zyklen gelten in der Peptidchemie als kritisch, da sie durch mechanische Eiskristallbildung zur Aggregation oder Fragmentierung fuehren koennen; Aliquotierung der rekonstituierten Loesung ist daher eine gaengige Laborpraxis. Kupferpeptide wie GHK-Cu erfordern zusaetzliche Sorgfalt hinsichtlich Lichtexposition, da der Kupferkomplex photosensitiv sein kann. Tetrapeptide wie Epithalon sind als kleine Molekuele vergleichsweise robust, folgen aber denselben Grundsaetzen der Kuehl- und Trockenlagerung. Der Feuchtigkeitsschutz ist bei lyophilisierten Pulvern besonders wichtig, da hygroskopische Substanzen Wasser aus der Umgebungsluft ziehen und dadurch an Stabilitaet verlieren koennen. Alle Substanzen bleiben ausschliesslich fuer Forschungszwecke bestimmt und sind nicht fuer den menschlichen Verzehr vorgesehen.
Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Langlebigkeitsforschung mit Peptiden?
Die ehrliche Zusammenfassung der peptide langlebigkeit forschung lautet: Die mechanistische Datenlage ist reichhaltig, die Humanbeweislage fuer eine Lebensverlaengerung ist es nicht. Fuer NAD+ und seine Vorstufen existieren solide Phase-I-Sicherheitsdaten, aber keine Langzeitstudien, die einen Longevity-Endpunkt beim Menschen zeigen. Fuer Epithalon liegen beeindruckende Nager- und Zellkulturdaten vor, doch der Sprung zur menschlichen Lebensspanne ist wissenschaftlich nicht vollzogen.
Mehrere strukturelle Grenzen sind zu benennen. Erstens: Telomerverlaengerung in Zelllinien ist nicht gleichbedeutend mit Organismus-Langlebigkeit, und eine unkontrollierte Telomerase-Aktivierung wird in der Onkologie kritisch diskutiert. Zweitens: Die NMN-Sicherheitsdaten decken maximal etwa 900 mg pro Tag ueber 60 Tage ab, nicht die haeufig kolportierten hoeheren Dauerdosen. Drittens: Die theoretische Besorgnis eines unnoetig erhoehten NAD+-Spiegels ist nicht ausgeraeumt.
Fuer die Forschung bedeutet das: Diese Peptide sind wertvolle Werkzeuge, um Alterungsmechanismen zu sezieren, nicht validierte Interventionen zur Lebensverlaengerung. Ein wiederkehrendes methodisches Problem ist die Uebertragbarkeit zwischen Spezies: Nager altern anders als Menschen, und Effekte, die in kurzlebigen Modellorganismen deutlich messbar sind, muessen sich in der weitaus komplexeren und langsameren menschlichen Alterungsbiologie keineswegs reproduzieren. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Datenlage verlangt, praeklinische Befunde nicht als Humanversprechen umzudeuten und die Grenze zwischen mechanistischer Plausibilitaet und klinischem Beweis klar zu ziehen. Alle bei BergdorfBio gefuehrten Substanzen sind ausschliesslich fuer Forschungszwecke bestimmt, ohne jedes Heilversprechen.
Haeufig gestellte Fragen
Ist ein Longevity Peptide Stack beim Menschen wirksam?
Es gibt bislang keinen entscheidenden Humanbeweis, dass ein longevity peptide stack die menschliche Lebensspanne verlaengert. Die belastbaren Daten zu Telomeren, Sirtuinen und Lebensspanne stammen ganz ueberwiegend aus Tiermodellen und Zellkulturen. Alle Substanzen sind ausschliesslich fuer Forschungszwecke bestimmt.
Was macht NAD+ zu einem zentralen Molekuel der Alternsforschung?
NAD+ ist das obligate Substrat der Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), der PARP1-DNA-Reparaturenzyme und von CD38. Da NAD+-Spiegel und Sirtuin-Aktivitaet mit dem Alter parallel abfallen, ist die Wiederherstellung des NAD+-Pools ein zentraler mechanistischer Forschungsansatz Imai und Guarente, 2016.
Warum wird Epithalon als telomerase peptide bezeichnet?
Epithalon (Ala-Glu-Asp-Gly) wurde in Zellkultur mit einer Erhoehung der Telomerlaenge ueber Telomerase-Hochregulation oder ALT-Aktivitaet in Verbindung gebracht PMC12411320. Diese Befunde stammen aus In-vitro-Systemen und belegen keine Wirkung auf die menschliche Lebensspanne.
Gibt es Sicherheitsdaten zu NAD+-Vorstufen?
Ja, fuer NMN: Klinische Studien mit 8 bis 108 Teilnehmern bestaetigten die Sicherheit bis etwa 500 mg pro Tag, und eine RCT pruefte 300, 600 und 900 mg pro Tag ueber 60 Tage ohne schwerwiegende unerwuenschte Ereignisse Yi et al., 2023. Zu Dauerdosen von 1000 mg oder mehr fehlen Daten.
Sind diese Peptide fuer den menschlichen Gebrauch bestimmt?
Nein. Saemtliche in diesem Leitfaden besprochenen Substanzen sind ausschliesslich fuer Forschungs- und Laborzwecke bestimmt und nicht fuer den menschlichen Verzehr vorgesehen. Dieser Text nennt bewusst keine Anwendungsdosis fuer den Menschen und deutet praeklinische Befunde ausdruecklich nicht als gesundheitsbezogene Versprechen um.
Nur fuer Forschungszwecke. Nicht fuer den menschlichen Verzehr bestimmt. Wissenschaftliche Redaktion: Dr. Sieglinde Klaus
Quellenangaben
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13095733/
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12648681/
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5514996/
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5795269/
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10721522/
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9735188/
- Dou Y, et al. The potential of GHK as an anti-aging peptide. Aging pathobiology and therapeutics. 2020.PMID
- https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29986520/



