Longevity Peptide Stack: Peptide für Anti-Aging und Langlebigkeit in der Forschung
Dr. Sieglinde Klaus
Wissenschaftliche Redaktion · Bergdorf Bioscience

Inhaltsverzeichnis
- 01Was ist ein Longevity Peptide Stack und worauf zielt er in der Forschung?
- 02Warum sinkt NAD+ mit dem Alter und was bedeutet das für die Sirtuine?
- 03Wie wird NAD+ als Anti-Aging-Ansatz erforscht?
- 04Was sagen Humanstudien zur Sicherheit von NAD+-Vorstufen?
- 05Welche Rolle spielt GHK-Cu im Alterungsprozess?
- 06Was ist Epithalon und wie wird die Telomerase-Hypothese untersucht?
- 07Wie ergänzen sich NAD+, GHK-Cu und Epithalon konzeptionell?
- 08Welche Verbindung besteht zu mitochondrialen Peptiden wie MOTS-c?
- 09Wie werden diese Peptide im Labor gehandhabt und gelagert?
- 10Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Langlebigkeitsforschung mit Peptiden?
- 11Häufig gestellte Fragen
- Ist ein Longevity Peptide Stack beim Menschen wirksam?
- Was macht NAD+ zu einem zentralen Molekül der Alternsforschung?
- Warum wird Epithalon als telomerase peptide bezeichnet?
- Gibt es Sicherheitsdaten zu NAD+-Vorstufen?
- Sind diese Peptide für den menschlichen Gebrauch bestimmt?
Ein Longevity Peptide Stack bezeichnet die kombinierte Untersuchung mehrerer Signalpeptide und Coenzyme, die in der präklinischen Alternsforschung auf zelluläre Reparatur, Redox-Stoffwechsel und Telomer-Biologie einwirken. Im Zentrum stehen NAD+ als Sirtuin-Substrat, das Kupferpeptid GHK-Cu und das Tetrapeptid Epithalon. Dieser Leitfaden fasst die wissenschaftliche Datenlage zusammen, streng forschungsbezogen und ohne Heilversprechen.
Was ist ein Longevity Peptide Stack und worauf zielt er in der Forschung?
Der Begriff longevity peptide stack beschreibt in der Laborliteratur keine feste Rezeptur, sondern ein Forschungskonzept: die parallele Betrachtung mehrerer molekularer Signalgeber, die jeweils an einem der klassischen "Hallmarks of Aging" ansetzen. Statt eines einzelnen Wirkstoffs untersuchen Arbeitsgruppen Kombinationen, weil das Altern ein multifaktorieller Prozess ist. Ein typisch diskutierter Stack umfasst NAD+ als zentrales Redox-Coenzym, GHK-Cu für Gewebe- und Matrix-Signalgebung sowie Epithalon als Bioregulator der Telomerase-Achse.
Die wissenschaftliche Logik dahinter ist die Beobachtung, dass viele Alterungsmarker gemeinsam abfallen: NAD+-Spiegel, Sirtuin-Aktivität und zirkulierende Signalpeptide sinken mit dem Lebensalter parallel. Diese Beobachtung führt zu der forschungsleitenden Frage, ob eine gezielte Wiederherstellung mehrerer dieser Achsen die zellulären Alterungsprozesse in Modellsystemen messbar verlangsamt. Ein Übersichtsartikel zur Peptid-Gerontologie beschreibt Bioregulator-Peptide und Longevity-Stacks als mechanistisch begründete Forschungsansätze für gesundes Altern Front Aging, 2026. Die Idee, das Altern nicht als unaufhaltsames Schicksal, sondern als adressierbaren biologischen Prozess mit definierbaren Angriffspunkten zu begreifen, prägt die moderne Geroscience insgesamt.
Wichtig für die Einordnung: Es existiert bislang kein entscheidender Humanbeweis, dass solche Stacks die menschliche Lebensspanne verlängern. Die belastbaren Daten stammen ganz überwiegend aus Tiermodellen und Zellkulturen. Alle hier besprochenen Substanzen sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt.
Warum sinkt NAD+ mit dem Alter und was bedeutet das für die Sirtuine?
NAD+ (Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein zentrales Coenzym des Energiestoffwechsels und zugleich das obligate Substrat der Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), der PARP1-DNA-Reparaturenzyme und der Ektoenzym-Glykohydrolase CD38. In der Forschung ist gut dokumentiert, dass NAD+-Spiegel und Sirtuin-Aktivität mit steigendem Lebensalter stetig abnehmen, ein Prozess, der durch Adipositas und Bewegungsmangel zusätzlich verstärkt wird.
Sirtuine sind NAD+-abhängige Deacylasen. Sie vermitteln einen großen Teil des kardiometabolischen Nutzens, der in Studien mit Kalorienrestriktion und körperlicher Aktivität beobachtet wurde. Die sieben Sirtuine des Menschen sind funktionell arbeitsteilig verteilt: SIRT1, SIRT6 und SIRT7 wirken vorwiegend im Zellkern und regulieren Chromatin und DNA-Reparatur, SIRT3, SIRT4 und SIRT5 sind in den Mitochondrien lokalisiert und steuern den oxidativen Stoffwechsel, während SIRT2 hauptsächlich im Zytoplasma agiert. Fällt NAD+ ab, sinkt zwangsläufig die katalytische Kapazität dieser Sirtuine, weil ihnen der gemeinsame Cofaktor fehlt. Genau an dieser Kopplung setzt die NAD+-Forschung an.
Die grundlegende Arbeit von Lin und Guarente etablierte NAD+ als metabolischen Regulator von Transkription, Langlebigkeit und Krankheit und zeigte die Steuerung der Sir2p/Sirtuin-Familie Lin und Guarente, 2003. Diese Arbeit war insofern wegweisend, als sie die Kalorienrestriktion, den bis dahin robustesten bekannten Langlebigkeitsmechanismus in Modellorganismen, direkt mit dem NAD+-Sir2p-System verknüpfte. Imai und Guarente beschrieben später das Zusammenspiel präzise: NAD+ und Sirtuine kontrollieren gemeinsam Alterung und Langlebigkeit, und der altersbedingte NAD+-Abfall reduziert die Sirtuin-Aktivität als Kernmechanismus Imai und Guarente, 2016. Ein zusätzlicher Verbraucher des NAD+-Pools ist das Enzym CD38, dessen Aktivität mit dem Alter zunimmt und damit den ohnehin sinkenden NAD+-Vorrat weiter belastet. Diese Achse ist die meistuntersuchte molekulare Grundlage im longevity peptide stack.
Wie wird NAD+ als Anti-Aging-Ansatz erforscht?
Die Rationale für NAD+ als Anti-Aging-nahen Forschungsansatz ist einfach formuliert: Wenn NAD+ mit dem Alter fällt und Sirtuine ohne diesen Cofaktor an Aktivität verlieren, dann untersucht die Forschung, ob eine Wiederherstellung des NAD+-Pools die abhängigen Enzymsysteme messbar reaktiviert. Yoshino, Baur und Imai fassten die NAD+-Biosynthese, ihren altersbedingten Abfall und die wissenschaftliche Begründung für eine Supplementierung mit NAD+-Intermediaten zusammen Yoshino et al., 2018.
In der Praxis arbeiten Labore überwiegend mit den NAD+-Vorstufen NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) und NR (Nicotinamid-Ribosid), da diese die etablierten, am besten charakterisierten Präkursoren sind. NAD+ selbst wird in der Forschung als hochreines lyophilisiertes Pulver bereitgestellt und dient als direkter Bezugspunkt für Redox- und Sirtuin-Assays.
Das hier geführte Produkt, NAD+ 1000mg, wird als hochreines lyophilisiertes Pulver (mindestens 99 Prozent HPLC) in 1000-mg-Vials angeboten und ist der Kategorie Anti-Aging zugeordnet. Es positioniert sich als zentrales Redox-Coenzym und primäres Substrat für Sirtuine, PARP1 und CD38. Der Reinheitsgrad ist für die Forschung nicht nebensächlich: Verunreinigungen können in Redox-Assays als störende Signale auftreten und die Interpretation von Sirtuin-Aktivitätsmessungen verfälschen, weshalb der HPLC-verifizierte Wert ein relevantes Qualitätskriterium darstellt. Für Laborgruppen, die NAD+-abhängige Signalwege charakterisieren, steht es als Forschungssubstanz bereit: Jetzt NAD+ 1000mg bestellen. Eine vertiefende mechanistische Darstellung bietet der NAD+ Leitfaden.
Was sagen Humanstudien zur Sicherheit von NAD+-Vorstufen?
Für die Einordnung der Sicherheit ist die NMN-Datenlage am aussagekräftigsten, da NMN die am häufigsten in Humanstudien getestete NAD+-Vorstufe ist. Ein aktueller Übersichtsartikel fasst die bisherigen klinischen Studien zusammen: Sie umfassten typischerweise 8 bis 108 Teilnehmer, waren überwiegend Phase-I-Studien, und bestätigten die Sicherheit bis etwa 500 mg pro Tag ohne schwerwiegende unerwünschte Ereignisse Nadeeshani et al..
Präziser wird es in einer randomisierten, multizentrischen, doppelblinden und placebokontrollierten Studie: Yi und Kollegen prüften beta-NMN in dosisabhängigen Armen von 300, 600 und 900 mg pro Tag über 60 Tage bei gesunden Erwachsenen mittleren Alters und berichteten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse Yi et al., 2023.
Die wissenschaftlichen Grenzen sind klar zu benennen: Für wiederholte tägliche orale Dosen von 1000 mg oder mehr liegen keine belastbaren Daten vor. Die vorliegenden Studien waren zudem überwiegend kurz, mit Beobachtungszeiträumen im Bereich von Wochen bis wenigen Monaten, sodass Langzeiteffekte einer dauerhaften NAD+-Anhebung schlicht nicht untersucht sind. Zudem besteht die theoretische Besorgnis, dass ein unnötiges Anheben des NAD+-Spiegels physiologisch nachteilige Effekte haben könnte, etwa weil NAD+ auch in Signalwege eingebunden ist, die unter bestimmten Umständen Zellproliferation begünstigen. Eine sichere Dosis und Frequenz ist wissenschaftlich nicht abschließend etabliert. Diese Studien betreffen NAD+-Vorstufen und nicht das direkte NAD+-Molekül; die Übertragbarkeit ist ein offenes Forschungsfeld. Aus diesen Gründen nennt dieser Leitfaden bewusst keine Anwendungsdosis für den Menschen.
Welche Rolle spielt GHK-Cu im Alterungsprozess?
GHK (Glycyl-L-Histidyl-L-Lysin) ist ein körpereigenes Tripeptid, das in der Forschung als Anti-Aging-Peptid besonders gut charakterisiert ist. Seine Serumkonzentration fällt mit dem Alter deutlich: von etwa 200 ng/ml im Alter von 20 Jahren auf rund 80 ng/ml im Alter von 60 Jahren. Dieser altersabhängige Rückgang von mehr als der Hälfte ist ein zentraler Grund, warum GHK in Longevity-Stacks untersucht wird.
In seiner kupferkomplexierten Form GHK-Cu moduliert das Peptid in großangelegten Genexpressionsanalysen Tausende von Genen, die an Gewebereparatur, an der Bildung von Kollagen und Elastin (insbesondere Typ-I-Kollagen) sowie an der Kontrolle von Entzündungsprozessen beteiligt sind. Der biochemische Ansatzpunkt ist die hohe Affinität des GHK-Motivs für Kupfer(II)-Ionen; der resultierende Komplex fungiert in der Forschung als Transporteur und Modulator biologisch verfügbaren Kupfers, das seinerseits Cofaktor zahlreicher Reparatur- und Matrix-Enzyme ist. Pickart und Margolina fassten das Potenzial von GHK als Anti-Aging-Peptid zusammen und dokumentierten den beschriebenen Serumabfall sowie die Stimulation von Kollagen und Elastin Pickart und Margolina, 2022.
Eine weitere Übersicht ordnete die regenerativen und schützenden Wirkungen von GHK-Cu im Licht neuer Genexpressionsdaten ein und beschrieb die Modulation Tausender Gene, die an Reparatur- und Entzündungsprozessen beteiligt sind Pickart et al., 2018. Diese breite Genwirkung ist zugleich Stärke und Schwäche des Forschungsansatzes: Ein Molekül, das derart viele Transkriptionsprogramme berührt, ist mechanistisch faszinierend, aber schwer auf einen einzelnen, kontrollierbaren Endpunkt zu reduzieren. Alle diese Befunde stammen aus Zell- und Genexpressionsmodellen und aus tierexperimentellen Reparaturstudien, nicht aus kontrollierten Langlebigkeitsstudien beim Menschen; eine vertiefte Darstellung bietet der GHK-Cu Leitfaden.
Was ist Epithalon und wie wird die Telomerase-Hypothese untersucht?
Epithalon (auch Epitalon, Sequenz Ala-Glu-Asp-Gly) ist ein synthetisches Tetrapeptid, das am St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie im Rahmen des Khavinson-Programms entwickelt wurde, aus dem über 100 Publikationen hervorgingen. In der Longevity-Forschung ist es der prominenteste Vertreter der Bioregulator-Peptide und der zentrale Kandidat, wenn von einem telomerase peptide die Rede ist.
Der mechanistische Kern ist die Telomer-Biologie. In der Zellkultur wurde berichtet, dass Epitalon die Telomerlänge in menschlichen somatischen Zelllinien erhöht, und zwar über eine Hochregulation der Telomerase oder alternativer ALT-Aktivität PMC12411320. Telomere sind die schützenden Endkappen der Chromosomen, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen; die Telomerase kann sie verlängern.
In Nagermodellen deuten Langlebigkeitsstudien auf eine Verlängerung der medianen und maximalen Lebensspanne um etwa 12 bis 24 Prozent hin, und Epithalon wurde mit einer Wiederherstellung des altersbedingt abfallenden Melatonin-Rhythmus in Verbindung gebracht. Der Bezug zur Zirbeldrüse und zum Melatonin ist historisch bemerkenswert, weil das Khavinson-Programm Epithalon ursprünglich aus einem Pinealextrakt ableitete und die neuroendokrine Rhythmik als eigenständige Alterungsachse betrachtete. Entscheidend ist die Einordnung: Diese Telomer- und Lebensspannen-Daten stammen aus Tiermodellen und In-vitro-Systemen. Ein entscheidender Humanbeweis für eine Verlängerung der menschlichen Lebensspanne steht aus, und die Studienqualität der älteren osteuropäischen Arbeiten wird in der internationalen Literatur teils kritisch diskutiert. Mehr dazu im Epithalon Leitfaden.
Wie ergänzen sich NAD+, GHK-Cu und Epithalon konzeptionell?
Der wissenschaftliche Reiz eines longevity peptide stack liegt in der Nicht-Überlappung der Angriffspunkte. NAD+ adressiert den zellulären Redox- und Energiestoffwechsel sowie die Sirtuin-vermittelte Signalgebung. GHK-Cu wirkt auf der Ebene der extrazellulären Matrix und der Genexpression für Reparatur und Entzündungskontrolle. Epithalon zielt auf die Telomer-Achse und die neuroendokrine Rhythmik. Drei verschiedene Hallmarks of Aging, drei verschiedene Molekülklassen.
Diese konzeptionelle Ergänzung ist der Grund, warum die Peptid-Gerontologie Stacks überhaupt diskutiert: Ein einzelnes Molekül kann definitionsgemäß nur einen Teil eines multifaktoriellen Prozesses beeinflussen. Der Übersichtsartikel zur therapeutischen Peptid-Gerontologie ordnet genau diese Bioregulator-Peptide und Longevity-Stacks als mechanistisch begründete Forschungsansätze ein Front Aging, 2026.
Wichtig bleibt die methodische Ehrlichkeit: Die kombinierte Betrachtung ist ein Forschungsdesign, kein bewiesenes Wirkprinzip beim Menschen. Es gibt bislang keine kontrollierten Humanstudien, die einen additiven oder synergistischen Longevity-Effekt dieser Kombination belegen. Die Einzelbefunde stammen aus getrennten präklinischen Kontexten, und die Kombinationswirkung ist damit eine Hypothese, kein Befund. Gerade Kombinationsansätze bergen zudem das Risiko unerwarteter Wechselwirkungen, die in Einzelstoff-Studien nicht sichtbar werden. Wer NAD+ und MOTS-c vergleichen möchte, findet eine strukturierte Gegenüberstellung im Vergleich MOTS-c vs. NAD+.
Welche Verbindung besteht zu mitochondrialen Peptiden wie MOTS-c?
Neben den drei Kernkandidaten rückt die Forschung zunehmend mitochondriale Peptide in den Fokus des longevity peptide stack. MOTS-c ist ein mitochondrial kodiertes Peptid, das metabolische Homeostase-Signalwege beeinflusst und in der präklinischen Literatur als Bindeglied zwischen Mitochondrienfunktion und systemischem Stoffwechsel diskutiert wird. Es ergänzt die NAD+-Achse insofern, als beide auf den zellulären Energiehaushalt einwirken, jedoch über unterschiedliche molekulare Wege.
Die konzeptionelle Nähe ist offensichtlich: NAD+ ist der Cofaktor des mitochondrialen und nukleären Sirtuin-Systems, während MOTS-c als mitochondrialer Signalgeber die metabolische Anpassung an Stress moduliert. In der Forschung werden beide daher häufig im selben Kontext der mitochondrialen Alternsbiologie betrachtet. Die Mitochondrien gelten dabei als zentrale Schaltstelle des Alterns, weil ihre Funktionstüchtigkeit über die zelluläre Energieversorgung und die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies zugleich Leistung und Schadenslast einer Zelle bestimmt.
Ein weiteres mitochondrial adressiertes Molekül ist SS-31 (Elamipretid), ein Peptid, das an Cardiolipin der inneren Mitochondrienmembran bindet und in der Forschung im Zusammenhang mit der Stabilisierung der oxidativen Phosphorylierung untersucht wird. Es erweitert das mitochondriale Segment des Stacks um einen membranstabilisierenden Ansatz, der weniger auf Genexpression als auf die physikalische Integrität der Atmungskettenkomplexe zielt. Details finden sich im MOTS-c Leitfaden und im SS-31 Leitfaden. Auch hier gilt: Die Befunde sind präklinisch, und Aussagen zur menschlichen Lebensspanne sind nicht belegt.
Wie werden diese Peptide im Labor gehandhabt und gelagert?
Longevity-Peptide werden in der Forschung ganz überwiegend als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver bereitgestellt, weil dieser Zustand die größte chemische Stabilität bietet. Das hier geführte NAD+ 1000mg erreicht eine Reinheit von mindestens 99 Prozent nach HPLC, ein Wert, der für reproduzierbare Assay-Ergebnisse in der Redox- und Sirtuin-Forschung relevant ist.
Für die Handhabung gelten die allgemeinen Konventionen der Peptidchemie. Das ungeöffnete lyophilisierte Pulver wird typischerweise kühl und lichtgeschützt gelagert, oft bei minus 20 Grad Celsius für die langfristige Aufbewahrung. Nach Rekonstitution mit einem geeigneten Lösungsmittel, in der Forschung üblicherweise bakteriostatisches Wasser, sinkt die Stabilität, weshalb rekonstituierte Lösungen gekühlt (2 bis 8 Grad Celsius) und nur über begrenzte Zeiträume gelagert werden.
Diese Parameter sind rein labortechnische Angaben zur Substanzstabilität und keine Anwendungsanweisung. Wiederholte Frier-Tau-Zyklen gelten in der Peptidchemie als kritisch, da sie durch mechanische Eiskristallbildung zur Aggregation oder Fragmentierung führen können; Aliquotierung der rekonstituierten Lösung ist daher eine gängige Laborpraxis. Kupferpeptide wie GHK-Cu erfordern zusätzliche Sorgfalt hinsichtlich Lichtexposition, da der Kupferkomplex photosensitiv sein kann. Tetrapeptide wie Epithalon sind als kleine Moleküle vergleichsweise robust, folgen aber denselben Grundsätzen der Kühl- und Trockenlagerung. Der Feuchtigkeitsschutz ist bei lyophilisierten Pulvern besonders wichtig, da hygroskopische Substanzen Wasser aus der Umgebungsluft ziehen und dadurch an Stabilität verlieren können. Alle Substanzen bleiben ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt und sind nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen.
Was sind die wissenschaftlichen Grenzen der Langlebigkeitsforschung mit Peptiden?
Die ehrliche Zusammenfassung der peptide langlebigkeit forschung lautet: Die mechanistische Datenlage ist reichhaltig, die Humanbeweislage für eine Lebensverlängerung ist es nicht. Für NAD+ und seine Vorstufen existieren solide Phase-I-Sicherheitsdaten, aber keine Langzeitstudien, die einen Longevity-Endpunkt beim Menschen zeigen. Für Epithalon liegen beeindruckende Nager- und Zellkulturdaten vor, doch der Sprung zur menschlichen Lebensspanne ist wissenschaftlich nicht vollzogen.
Mehrere strukturelle Grenzen sind zu benennen. Erstens: Telomerverlängerung in Zelllinien ist nicht gleichbedeutend mit Organismus-Langlebigkeit, und eine unkontrollierte Telomerase-Aktivierung wird in der Onkologie kritisch diskutiert. Zweitens: Die NMN-Sicherheitsdaten decken maximal etwa 900 mg pro Tag über 60 Tage ab, nicht die häufig kolportierten höheren Dauerdosen. Drittens: Die theoretische Besorgnis eines unnötig erhöhten NAD+-Spiegels ist nicht ausgeräumt.
Für die Forschung bedeutet das: Diese Peptide sind wertvolle Werkzeuge, um Alterungsmechanismen zu sezieren, nicht validierte Interventionen zur Lebensverlängerung. Ein wiederkehrendes methodisches Problem ist die Übertragbarkeit zwischen Spezies: Nager altern anders als Menschen, und Effekte, die in kurzlebigen Modellorganismen deutlich messbar sind, müssen sich in der weitaus komplexeren und langsameren menschlichen Alterungsbiologie keineswegs reproduzieren. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Datenlage verlangt, präklinische Befunde nicht als Humanversprechen umzudeuten und die Grenze zwischen mechanistischer Plausibilität und klinischem Beweis klar zu ziehen. Alle bei BergdorfBio geführten Substanzen sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt, ohne jedes Heilversprechen.
Häufig gestellte Fragen
Ist ein Longevity Peptide Stack beim Menschen wirksam?
Es gibt bislang keinen entscheidenden Humanbeweis, dass ein longevity peptide stack die menschliche Lebensspanne verlängert. Die belastbaren Daten zu Telomeren, Sirtuinen und Lebensspanne stammen ganz überwiegend aus Tiermodellen und Zellkulturen. Alle Substanzen sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt.
Was macht NAD+ zu einem zentralen Molekül der Alternsforschung?
NAD+ ist das obligate Substrat der Sirtuine (SIRT1 bis SIRT7), der PARP1-DNA-Reparaturenzyme und von CD38. Da NAD+-Spiegel und Sirtuin-Aktivität mit dem Alter parallel abfallen, ist die Wiederherstellung des NAD+-Pools ein zentraler mechanistischer Forschungsansatz Imai und Guarente, 2016.
Warum wird Epithalon als telomerase peptide bezeichnet?
Epithalon (Ala-Glu-Asp-Gly) wurde in Zellkultur mit einer Erhöhung der Telomerlänge über Telomerase-Hochregulation oder ALT-Aktivität in Verbindung gebracht PMC12411320. Diese Befunde stammen aus In-vitro-Systemen und belegen keine Wirkung auf die menschliche Lebensspanne.
Gibt es Sicherheitsdaten zu NAD+-Vorstufen?
Ja, für NMN: Klinische Studien mit 8 bis 108 Teilnehmern bestätigten die Sicherheit bis etwa 500 mg pro Tag, und eine RCT prüfte 300, 600 und 900 mg pro Tag über 60 Tage ohne schwerwiegende unerwünschte Ereignisse Yi et al., 2023. Zu Dauerdosen von 1000 mg oder mehr fehlen Daten.
Sind diese Peptide für den menschlichen Gebrauch bestimmt?
Nein. Sämtliche in diesem Leitfaden besprochenen Substanzen sind ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt und nicht für den menschlichen Verzehr vorgesehen. Dieser Text nennt bewusst keine Anwendungsdosis für den Menschen und deutet präklinische Befunde ausdrücklich nicht als gesundheitsbezogene Versprechen um.
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt. Wissenschaftliche Redaktion: Dr. Sieglinde Klaus
Quellenangaben
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13095733/
- Lin SJ, Guarente L. Nicotinamide adenine dinucleotide, a metabolic regulator of transcription, longevity and disease. Current opinion in cell biology. 2003.PMID
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5514996/
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- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10721522/
- https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9735188/
- Dou Y, et al. The potential of GHK as an anti-aging peptide. Aging pathobiology and therapeutics. 2020.PMID



